Kurzintervention Ärzteschaft

Kurzinterventionen werden heute in der Hausarztpraxis bei einem problematischen Alkoholkonsum eingesetzt. Sie sind in der medizinischen Grundversorgung gut erforscht und bewirken eine nachhaltige Konsumreduktion. Es fällt den Ärztinnen und Ärzten aber oft nicht leicht, mit ihren Patientinnen und Patienten über Alkohol zu sprechen. Risikoreicher Alkoholkonsum wird z.B. nicht als Lebensgewohnheit mit Gesundheitsrisiko gesehen. Weitere Hindernisse sind mangelnde Fähigkeiten für die Ansprache sowie wenig Zeit. Kurzinterventionen benötigen wenig Zeit. Um sie erfolgreich durchführen zu können, sind nebst dem Wissenserwerb das Einüben zentraler Fertigkeiten nötig.

Mit dem Projekt „Kurzintervention Ärzteschaft“ werden Sensibilisierungs- und Fortbildungsaktivitäten zu Kurzintervention und Motivierender Gesprächsführung unter Berücksichtigung des Themas Alkohol gefördert. Ziel ist die Befähigung von Ärztinnen und Ärzten: Sie sprechen ihre Patientinnen und Patienten mit der nötigen Sicherheit auf den Alkoholkonsum an und bieten bei Bedarf kompetente Unterstützung an. Kurzinterventionen können zudem bei einer Vielzahl von weiteren gesundheitlichen Problemen eingesetzt werden, wie Rauchen, illegale Drogen, Bewegungsmangel, Übergewicht, Ernährung, Stress, Suizid, Diabetes etc.

Fort- und Weiterbildungen zu Kurzintervention und Motivierender Gesprächsführung

Zur Förderung der Kurzintervention unterstützt Infodrog derzeit zwei Projekte:

Beim Projekt „Motivierende Kurzintervention im Arzt-Patienten-Gespräch“ führt die interdisziplinäre Arbeitsgemeinschaft, bestehend aus Forum Suchtmedizin Ostschweiz (FOSUMOS), Kollegium für Hausarztmedizin: Programm Gesundheitscoaching, Zürcher Fachstelle zur Prävention des Alkohol- und Medikamentenmissbrauchs (ZüFAM) und Zürcher Fachstelle für Alkoholprobleme (ZFA) Sensibilisierungs-, Fort- und Weiterbildungsaktivitäten für Ärztinnen und Ärzte zu Motivierender Kurzintervention unter Einbezug der Alkoholthematik durch.

Fortbildung „Lust statt Frust beim Reden über Alkohol“

Weitere Fortbildungsangebote

Beim Pilotprojekt „Früherkennung und elektronische Kurzintervention bei problematischem Alkoholkonsum in der Arztpraxis“ des Universitätsspitals Lausanne werden in insgesamt acht Arztpraxen die wartenden Patientinnen und Patienten motiviert, auf einem Tablet Fragen zum Alkoholkonsum zu beantworten und das Resultat anschliessend mit dem Arzt zu besprechen. Erste Ergebnisse werden im Herbst 2016 erwartet.

Lust statt Frust beim Reden über Alkohol

In der Schweizerischen Ärztezeitung ist ein Artikel von Dr. med. Stefan Neuner-Jehle, Kollegium Hausarztmedizin (KHM) und Regula Hälg, wissenschaftliche Mitarbeiterin, Infodrog, zum Thema „Lust statt Frust beim Reden über Alkohol“ erschienen. Der Artikel verweist auf die Bedeutung der Früherkennung von Alkoholproblemen in der Hausarztpraxis. Ziel eines Pilotprojektes sind Fortbildungen für Ärztinnen und Ärzte zu dieser Thematik.

Artikel lesen

Broschüre Kurzintervention

Die von Infodrog mitherausgegebene Broschüre bietet Ärztinnen und Ärzten konkrete Hinweise zur Durchführung von Kurzinterventionen und Hilfestellungen beim Ansprechen auf Alkohol.

Kurzinterventionen bei Patienten mit risikoreichem Alkoholkonsum

Die Broschüre kann auch im Sekretariat der Schweizerischen Akademie für Psychosomatische und Psychosoziale Medizin SAPPM per E-Mail für CHF 5.-- (plus Porto und Verpackung) bestellt werden.