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Mischkonsum

Mischkonsum bezeichnet die gleichzeitige oder zeitnahe Einnahme von zwei oder mehreren psychoaktiven Substanzen, sodass sich die Wirkungen überlagern. Die Kombination von zwei oder mehr Substanzen innerhalb kurzer Zeit belastet den Körper und die Psyche stark. Bestimmte Mischungen (z. B. Alkohol und Benzodiazepine) können zum Tod führen. In letzter Zeit hat vor allem der Mischkonsum bei Jugendlichen Aufmerksamkeit erregt.

Seit 2018 sind, gemäss Recherchen von Schweizer Medien, 33 Jugendliche aufgrund von Mischkonsum verstorben. Mutmasslich war die Kombination von mehreren Medikamenten oder der Mischkonsum von Medikamenten mit Alkohol die Ursache. Im Fokus stehen dabei Benzodiazepine (v. a. Xanax®), codeinhaltige Hustenmittel sowie weitere opioidhaltige Medikamente. Teils waren auch diverse illegale Substanzen im Spiel.

In der Praxis der Suchthilfe wird das Phänomen zunehmend beachtet und beobachtet. Einige Kantone befassen sich bereits intensiver mit der Thematik und setzen gezielt Massnahmen dazu um. Fachpersonen aus unterschiedlichen Bereichen (Prävention, Beratung, Therapie, Aufsuchende Sozialarbeit, Polizei, Jugendanwaltschaft) messen dem Phänomen eine wichtige Bedeutung bei. Gemäss Befragungen von Infodrog stellen verschiedene Praxis-Akteure eine Zunahme des Mischkonsums und eine Verharmlosung des Medikamentengebrauchs bei bestimmten Gruppen von Jugendlichen oder Jugend-Subkulturen fest. Nationale Referenzstudien erlauben bislang jedoch keine verlässlichen Aussagen zum Mischkonsum; über Motive und Konsummuster ist kaum etwas bekannt. Die verfügbaren statistischen Indikatoren deuten tendenziell auf eine Zunahme des Missbrauchs von Beruhigungsmitteln bei Jugendlichen hin.

Auf Anfrage der Kantone und im Auftrag des BAG erarbeitet Infodrog Wissensgrundlagen und Empfehlungen zum Mischkonsum und Medikamentenmissbrauch bei Jugendlichen. 2021 hat Infodrog hierzu 10 Expert:innen-Interviews und 3 sprachregionale Fokusgruppen durchgeführt, um den Wissensstand zu verbessern. Darauf aufbauend wurden im Jahr 2022 Empfehlungen für die Prävention, die Schadensminderung und für die therapeutische Versorgung erstellt und die relevanten Akteure informiert und vernetzt.

Veranstaltungen

Biel Tagung

«Hinschauen und handeln – wer, wann, wie? Früherkennung und Frühintervention in verschiedenen Lebenssituationen»

Der Ansatz der F+F hilft Fachpersonen, Menschen in herausfordernden Situationen zu unterstützen, indem sie erste Anzeichen von Problemen frühzeitig erkennen und den Dialog suchen. Doch wie lässt sich ein solcher Ansatz umsetzen? Und wie sieht das konkret im Alltag aus? Das Programm und die Anmeldung für die nationale Tagung in Biel werden anfangs September aufgeschaltet.

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News zum Thema Mischkonsum

Wodka, Benzos und Co: Gefährliche Mischung für Jugendliche

In der Schweiz sind seit 2018 mindestens 33 Jugendliche an sogenanntem Mischkonsum gestorben. Den mit Mischkonsums verbundenen Gefahren sind sich die jungen Erwachsene oft nicht bewusst und Angebote, um die Risiken zu mindern, nutzen sie kaum, wie erste Resultate einer Studie belegen.

Mischkonsum und Medikamentenkonsum bei Jugendlichen

Die Situations- und Bedarfsanalyse von Infodrog gibt einen Überblick über das verfügbare Wissen und zeigt Wissenslücken sowie einen Bedarf für die Weiterentwicklung der Präventions- und Suchthilfe-Angebote auf. Eine zentrale Erkenntnis der Analyse ist, dass Jugendliche noch zu wenig von den Angeboten der Prävention erreicht werden und dass es grosse Lücken und Handlungsbedarf bei der Schadensminderung und der therapeutischen Versorgung gibt. Der Bericht umfasst Empfehlungen und mögliche Umsetzungsbeispiele für Angebote aller drogenpolitischen Säulen.

«Kiffen, sniffen, spicken & Co. – Neue Erkenntnisse aus der Welt der psychoaktiven Substanzen». Bericht 2022

Der Bericht präsentiert eine Auswertung der Daten der Befragung 2021 von Personen, die psychoaktive Substanzen konsumieren sowie die Auswertung des Onlinetools für Substanzwarnungen. Im Bericht 2022 gibt es neu einen Fokus auf Personen, die ein Drug Checking in Anspruch genommen haben sowie auf Medikamenten- und Mischkonsum bei Jugendlichen. Ausserdem werden die neuen Standards F+F für das Drug Checking sowie aktuelle Studien präsentiert.

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