Suchen

Monitoring

Infodrog erhebt spezifische Daten im Suchtbereich zuhanden der Versorger und Fachpersonen.

Für die Angebotsplanung und -steuerung sind gesamtschweizerische Zahlen zum Konsum psychoaktiver Substanzen und zur Nutzung der Therapieangebote essenziell. In Ergänzung zu Monitorings und Statistiken des Bundes stellt Infodrog für den Suchtbereich spezifische Daten zusammen, welche sonst nicht erhoben werden.

Lagebericht neue psychoaktive Substanzen in der Schweiz

Infodrog sammelt und analysiert seit 2025 Meldungen und Warnungen zu neuen psychoaktiven Substanzen und hochpotenten synthetischen Opioiden aus der ganzen Schweiz. Die Daten stammen aus Meldungen der Expert:innengruppe «Substanzinformationen und Risikoeinschätzung» sowie aus Substanzwarnungen von Drug-Checking-Angeboten.

Ziel ist es, in einem jährlich erscheinenden Bericht Entwicklungen auf dem Betäubungsmittelmarkt frühzeitig zu erkennen und Risiken für die öffentliche Gesundheit einzuschätzen. Die Auswertungen liefern wichtige Hinweise zu neu auftretenden Substanzen, Falschdeklarationen und Konsumtrends.

Monitoring der stationären Suchttherapieinstitutionen

Seit 2004 erfasst Infodrog die Auslastung der stationären Suchttherapieinstitutionen in der Schweiz. Es beteiligen sich Institutionen der stationären Suchttherapie und ‑rehabilitation sowie Aussenwohngruppen und teilstationäre Angebote, welche hauptsächlich auf die Problematik der illegalen Drogen spezialisiert sind, jedoch aufgrund der Mehrfachproblematik teils auch Personen mit Alkoholproblemen aufnehmen.

Von 2004 bis 2013 gaben die Institutionen die Daten direkt online ein, ab 2014 werden uns die Zahlen von den Standortkantonen übermittelt.

Das Monitoring umfasst die Anzahl Plätze sowie die durchschnittliche Auslastung der Suchthilfeinstitutionen in den einzelnen Kantonen.

Monitoring Drug-Checking – Auswertung der Befragung von Konsumierenden von psychoaktiven Substanzen zum Konsum psychoaktiver Substanzen und der Warnungen

Der Fragebogen «Freizeitdrogenkonsum» und die Warnungen der Drug Checkings werden seit 2012 durch Infodrog ausgewertet und in einem Bericht publiziert.

Personen, die bei einem Drug Checking der Schweiz ihre Substanzen testen lassen, müssen im Rahmen des obligatorischen Beratungsgesprächs den Online-Fragebogen ausfüllen. Nebst soziodemographischen Angaben (Alter, Geschlecht, Ausbildung, Arbeitssituation) werden darin Daten zum Konsum psychoaktiver Substanzen und den damit verbundenen Auswirkungen erhoben.

Die Daten sind nicht repräsentativ, ermöglichen aber dennoch detaillierte Einblicke in das Konsumverhalten von Personen, die psychoaktive Substanzen konsumieren. Dynamische Änderungen der Konsummuster oder Probleme im Zusammenhang mit dem Konsum sowie Veränderungen des Betäubungsmittelmarktes können so frühzeitig erkannt werden.

Monitoring der Abgabe von sterilem Konsummaterial an Drogenkonsumierende in der Schweiz

Die flächendeckende und niederschwellige Abgabe von sterilem Konsummaterial für Drogenkonsumierende ist ein effektives und kosteneffizientes Mittel zur Prävention von durch Blut übertragbarer Krankheiten. Die European Union Drugs Agency (EUDA) geht davon aus, dass eine unzureichende Versorgung mit sterilem Injektionsmaterial (weniger als 100 Spritzen pro injizierende Person pro Jahr) als Indikator für ein potenziell erhöhtes Infektionsrisiko in dieser Population gilt.

Infodrog erfasst im Auftrag des Bundesamtes für Gesundheit BAG seit 2019 die Abgabe steriler Konsummaterialien an Drogenkonsumierende. Gemäss den letzten Daten ist die Versorgung mit sterilem Konsummaterial derjenigen Menschen, welche Drogen konsumieren in der Schweiz genügend. Ebenso wird die Bedeutung der Kontakt- und Anlaufstellen für die Prävention von Infektionskrankheiten wie HIV und Hepatitis C hervorgehoben. Es handelt sich um systemrelevante Einrichtungen, die einen wichtigen Beitrag zur öffentlichen Gesundheit leisten.

Monitoring Substanzkonsum in Kontakt- und Anlaufstellen

Kontakt- und Anlaufstellen (K&A) bieten drogenkonsumierenden Menschen, die auf den Konsum von illegalen Substanzen nicht verzichten wollen oder können, niederschwelligen Zugang zu Überlebenshilfe und Beratung. In beaufsichtigten Injektions- und Inhalationsräumen können selbst mitgebrachte illegale Drogen unter hygienischen Bedingungen konsumiert werden. Von 2016 bis 2019 erfasste Infodrog den Substanzkonsum von Klient:innen der Kontakt- und Anlaufstellen von Institutionen in der Deutschschweiz und der Romandie und publizierte einen Monitoring-Bericht.

Geschlossene Einrichtungen 1999 – 2017

Das Angebot und die Nachfrage in der Suchttherapie sind Schwankungen unterworfen. Mit der Auflösung der offenen Drogenszenen in den grösseren Städten der Schweiz Anfang der 1990er Jahre entstand ein breites Angebot an stationären Einrichtungen. Aufgrund der verschiedenen Massnahmen der 4-Säulenpolitik konnten die betroffenen Menschen behandelt und/oder in verschiedene längerfristige Betreuungsprogramme eingebunden werden. Die Nachfrage nach stationären Suchttherapieplätzen sank in der Folge und einige Angebote stellten den Betrieb ein.

Von 1999 bis 2017 führte Infodrog die Liste der geschlossenen stationären Suchthilfeangebote in der Schweiz. In diesem Zeitraum wurden 70 stationäre Institutionen geschlossen.

News zum Thema Statistik | Monitoring

Evaluation von ready4life veröffentlicht

Der aktuelle Evaluationsbericht zu ready4life dokumentiert die Nutzung des digitalen Präventionsprogramms im Schuljahr 2025/26. Insgesamt nahmen 6247 Jugendliche am Coaching teil. Stress war erneut das meistgewählte Thema. Die Evaluation zeigt eine stabile Reichweite und eine Zunahme der Teilnehmenden gegenüber dem Vorjahr. Gleichzeitig bleibt die längerfristige Programmbeteiligung eine Herausforderung. Für 2026/27 sind erste KI-gestützte Funktionen geplant.

Drogentote in Europa: Sorge um hochpotente Opioide und Kokain

Die Zahl der drogenbedingten Todesfälle in Europa bleibt hoch. Die Europäische Drogenagentur (EUDA) weist insbesondere auf die zunehmenden Risiken durch hochpotente synthetische Opioide hin, die bereits in mehreren Ländern mit Todesfällen in Verbindung gebracht wurden. Gleichzeitig spielt auch Kokain bei Überdosierungen eine immer wichtigere Rolle. Die EUDA fordert deshalb einen Ausbau von Frühwarnsystemen, Präventionsangeboten und Massnahmen zur Schadensminderung.

Studienteilnehmende gesucht: Alkohol auf Social Media und Nikotinkonsum

Aktuell suchen zwei Studien Teilnehmende aus der Schweiz: Die Stiftung Sucht Schweiz untersucht bei 16- bis 25-Jährigen, welchen Influencer:innen sie auf Social Media folgen und wie häufig sie dort alkoholbezogene Inhalte sehen. Zudem testet die Studie zum NicotineFreeCoach ein WhatsApp-basiertes Coaching für 16- bis 30-Jährige, die regelmässig Zigaretten, Vapes, E-Zigaretten, Snus oder Nikotinbeutel konsumieren und ihren Nikotinkonsum reduzieren oder beenden möchten.

Bisherige Veranstaltungen

Tagung

Coordination nationale Housing First 2025

Die Coordination nationale Housing First verfolgt das Ziel, die Vernetzung bestehender sowie geplanter Housing-First-Projekte aus allen Sprachregionen der Schweiz zu fördern sowie bewährte Praxisbeispiele auszutauschen.

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