Verhaltenssüchte
Für Menschen mit einer Verhaltenssucht fördert Infodrog den Zugang zu Beratung, Therapie und Schadensminderung sowie die Qualifikation der Suchtfachleute.
Wie der Konsum von Alkohol oder anderen psychoaktiven Substanzen, kann sich auch ein Verhalten zu einer Sucht entwickeln. Die «internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme (ICD-11)» beschreibt zwei Formen der Verhaltenssüchte: Die Geldspielstörung («Gambling») sowie die Videospielnutzungsstörung («Gaming»). Durch diese Verhaltensweisen können psychische, körperliche und finanzielle Probleme entstehen. Auch können sie zu Schwierigkeiten in der Partnerschaft oder Familie und am Arbeitsplatz oder an der Schule führen. Andere problematische Verhaltensweisen, wie beispielsweise exzessive Social-Media-Nutzung, übermässiger Pornokonsum oder unkontrolliertes Kaufverhalten, werden häufig ebenfalls den Suchtproblemen zugeordnet, weil suchtartige Symptome auftreten können.
Die Nachfrage nach Beratung, Therapie und Schadensminderung sowie der Bedarf an Prävention und Information zu verschiedenen Formen von Verhaltenssüchten sind hoch. Ein genaues Bild der Angebotslage zu Verhaltenssüchten sowie des Qualifikationsbedarfs bei den Suchtfachstellen fehlt bislang. Hierzu führte Infodrog eine gesamtschweizerische Situations- und Bedarfsanalyse durch und erarbeitet Empfehlungen zur Verbesserung der Hilfs- und Versorgungsangebote. Infodrog unterstützt Akteure und Professionen im Bereich Verhaltenssucht beim Austausch und Transfer von Wissen sowie bei der Verbreitung von innovativen Praxismodellen.
Zugang zu Beratung und Therapie - Situations- und Bedarfsanalyse
Infodrog führte 2024-2025 eine gesamtschweizerische Bestandesaufnahme zu den Hilfsangeboten im Bereich der Verhaltenssüchte durch. Gleichzeitig evaluierte Infodrog die Zugänglichkeit und Sichtbarkeit der Angebote für Verhaltenssucht und den spezifischen Qualifikationsbedarf der Fachpersonen der Beratung, Therapie und Schadensminderung.
In einem ersten Schritt führte Infodrog eine Online-Umfrage bei Fachinstitutionen im Suchtbereich durch. Die Erkenntnisse aus der Befragung werden mithilfe von Fachexpert:innen evaluiert und anschliessend in einem Bericht zusammengefasst. Basierend darauf wurden Lücken benannt und Empfehlungen erstellt zur Verbesserung der Hilfs- und Versorgungsangebote.
Dokumente und Links
News zum Thema Verhaltenssüchte
Bundesrat will Jugendschutz auf Social Media stärken
Der Bundesrat will Kinder und Jugendliche auf grossen Kommunikationsplattformen und Suchmaschinen besser schützen. Geplant sind neue Vorgaben für sehr grosse Plattformen: Diese sollen Risiken für Minderjährige analysieren und Massnahmen zu deren Reduktion ergreifen. Zudem soll personalisierte Werbung auf Basis von Profiling für Minderjährige verboten werden. Das Gesetz über Kommunikationsplattformen und Suchmaschinen soll bis Juni 2027 ausgearbeitet werden.
Muskelboom mit Risiken
Der Wunsch nach einem muskulösen Körper setzt insbesondere junge Männer zunehmend unter Druck. Die SRF-Sendung «Im Rausch der Muskeln – Ab wann wird es gefährlich?» zeigt, wie Jugendliche für den Traumkörper enorme Opfer in Kauf nehmen und teilweise zu Anabolika greifen. Dabei drohen gesundheitliche Risiken, während der Druck, einem idealisierten Körperbild zu entsprechen, weiter wächst.
Studienreport zu problematischer Smartphone-Nutzung
Ein neuer Studienreport aus Deutschland liefert Hinweise auf eine verbreitete problematische Smartphone-Nutzung bei Erwachsenen. Von 1 285 befragten 18- bis 65-Jährigen erreichten 31 % den Schwellenwert einer angepassten Skala für problematische beziehungsweise suchtartige Nutzung. Bei den 18- bis 29-Jährigen waren es 55 %. Über eine Android-App erfasste Nutzungsdaten zeigen zudem eine mediane Bildschirmzeit von 4 Stunden und 25 Minuten pro Tag. Aufgrund einer möglichen Auswahlverzerrung sind die Ergebnisse vorsichtig zu interpretieren.
Bisherige Veranstaltungen
Tagung «Substanzkonsum bei Jugendlichen: News aus Forschung und Praxis»
Die Tagung bietet ein Update aus Praxis und Forschung zu aktuellen Konsumphänomenen und Substanztrends bei Jugendlichen sowie zur Versorgungssituation.
Veranstalter: Infodrog
Coordination nationale Housing First 2025
Die Coordination nationale Housing First verfolgt das Ziel, die Vernetzung bestehender sowie geplanter Housing-First-Projekte aus allen Sprachregionen der Schweiz zu fördern sowie bewährte Praxisbeispiele auszutauschen.
Peertagung | Journée des pairs 2025
Was sind Chancen und Risiken von Peerarbeit im Nachtleben? Welche aktuellen Trends gibt es auf dem Substanzmarkt? Zu welchen Szenen und Konsumgruppen haben wir nur eingeschränkt Zugang? Das sind nur einige der Themen, die an der Tagung zur Sprache kommen werden.
Coordination nationale für die niederschwellige Suchthilfe 2025
Die coordination nationale ist das Treffen der Fachgruppe Schadensminderung des Fachverbands Sucht sowie der plateforme Réduction des risques des GREA. Die coordination nationale ist die einzige Plattform im Bereich der niederschwelligen Suchthilfe, die Gelegenheit für einen Austausch zwischen der Romandie und der Deutschschweiz bietet.
Tagung «Substanzkonsum bei Jugendlichen: News aus Forschung und Praxis»
Die Tagung präsentiert aktuelle Informationen aus Forschung und Praxis zum Thema Substanzkonsum bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Ein Schwerpunkt liegt auf dem Konsum von Kokain und Ketamin. Darüber hinaus werden die Zusammenhänge zwischen psychischer Gesundheit und Substanzkonsum thematisiert.
Tagung der Arbeitsgruppe Suchthilfe & Polizei (AG SuPo) 2024
Die gute Zusammenarbeit zwischen den Vollzugsbehörden und der Suchthilfe ist entscheidend in vielen Bereichen. Die nationale SuPo-Tagung 2024 möchte hierzu einen Beitrag leisten und die gute Kooperation fördern.
Coordination nationale Nightlife 2024
Die coordination nationale ist das Treffen der Fachgruppe Freizeitdrogenkonsum & Nightlife des Fachverbands Sucht sowie der plateforme Nightlife des GREA. Die coordination nationale ist die einzige Plattform im Nightlife-Bereich, die Gelegenheit für einen Austausch zwischen der Romandie und der Deutschschweiz bietet.