Newsletter | April 2024

NEWS
 April 2024

Online-Umfrage: Spezifische Sucht­hilfe­angebote im Bereich Verhaltens­süchte

Infodrog führt eine gesamtschweizerische Bestandesaufnahme zu den Hilfsangeboten im Bereich der Verhaltenssüchte durch. Gleichzeitig evaluiert Infodrog die Zugänglichkeit und Sichtbarkeit der spezifischen Angebote für Verhaltenssucht und den spezifischen Qualifikationsbedarf der Fachpersonen der Beratung, Therapie und Schadensminderung.

Faktenblatt Ketamin für Fachpersonen und Konsumierende

Der Konsum von Ketamin birgt Risiken – welche erfahren Sie in diesen Faktenblättern. Zudem geben die Faktenblätter Auskunft über die Substanz, welche Wirkungen Ketamin hat und liefern schadensmindernde Botschaften zum Ketaminkonsum.

Save the Date: SuPo-Tagung am 5. November 2024

Die Tagung der Arbeitsgruppe SuPo (Zusammenarbeit zwischen Suchtfachleuten und Polizei) 2024 wird dieses Jahr im November stattfinden. Weitere Informationen zur Tagung folgen.

SUCHTPOLITIK

Deutschland: Cannabiskonsum ist jetzt legal

Seit dem 1. April ist in Deutschland der Cannabiskonsum für Erwachsene legal. Unter Auflagen zwar und einen freien Verkauf wird es zunächst auch nicht geben aber die Kriminalisierung der geschätzt rund 5 Millionen Konsument:innen in Deutschland ist nun Geschichte. Was darf man jetzt, was bleibt verboten?

In Zürich ist die grösste Cannabisstudie gestartet

7500 Personen sowie die Universität Zürich und die ETH sollen an einer Studie zum Cannabiskonsum im Kanton Zürich teilnehmen. Das Projekt dauert fünf Jahre. Es wird durch Spenden finanziert – dies die wichtigen Eckpunkte der Studie in Zürich. Ziel soll es sein, über die Regulierung von Cannabis sprechen zu können, sagte Paul-Lukas Good vor den Medien. Er ist Präsident des verantwortlichen Vereins Swiss Cannabis Research. Das Forschungsbudget beträgt rund 1.5 Millionen Franken und wird laut Good durch Spenden finanziert.

KINDER & JUGENDLICHE

Positionspapier EKKJ: psychische Gesundheit von Jugendlichen fördern

Die Eidgenössische Kommission für Kinder- und Jugendfragen (EKKJ) fordert in ihrem Positionspapier bezüglich psychischer Gesundheit ein rasches und nachhaltiges vorgehen, um auf künftige Auswirkungen vorbereitet zu sein. Zu den kurzfristigen Prioritäten gehört ein besseres Versorgungsangebot. Für eine langfristige Wirkung braucht es strukturelle Massnahmen, die bei den Lebensbedingungen und bei der Diskriminierung ansetzen. Weitere Ansatzpunkte sind die Prävention, die Früherkennung und die Frühintervention.

Sechste Aktionswoche für Kinder von Eltern mit einer Suchterkrankung

Zum sechsten Mal fand vom 11. bis 17. März 2024 die Aktionswoche für Kinder von Eltern mit einer Suchterkrankung statt. Zahlreiche Organisationen und Institutionen aus den Bereichen Sucht, Familie, Kinder- und Jugendschutz oder verwandten Bereichen wirken jedes Jahr mit, indem sie Aktivitäten, Veranstaltungen oder Öffentlichkeitsarbeit rund um die Thematik «Kinder von Eltern mit Suchterkrankung» organisieren.

Neuigkeiten von bisch-fit.ch: Erweiterte Quiz-Kategorien!

Die Quizplattform Bisch-fit bietet nun noch mehr Möglichkeiten, das Wissen spielerisch zu testen und zu erweitern. Mit dem Fokus auf die Gesundheit von Jugendlichen bieten das Quiz verschiedenen Themen an, darunter Alkohol, Cannabis und Bildschirme. Ab sofort stehen zwei brandneue Kategorien zur Verfügung: Ernährung und Tabak.  Die Quizze sind darauf ausgerichtet, das Wissen von Jugendlichen zu fördern, aber auch Eltern und Fachpersonen dabei zu unterstützen, relevante Informationen zu erlangen.

SUBSTANZEN

Ein Medikament beunruhigt Berner Behörden: Pregabalin

Die kleine Schanze in Bern bietet beste Aussicht, ist direkt neben dem Bundeshaus gelegen und – sie ist ein beliebter Drogenumschlagplatz, schon seit längerer Zeit. Nun sorgt aber ein neues Rauschmittel für Unruhe in der Szene und beunruhigt Behörden und Expert:innen: Pregabalin. In Bern konsumieren Asylsuchende grosse Mengen des Schmerzmittels, was zu Problemen führte.

Heroin wird auch in der Schweiz knapp

Mit dem Verbot des Anbaus von Schlafmohn in Afghanistan wird Heroin auch in der Schweiz knapp. Menschen mit einer Abhängigkeit könnten auf synthetische Opioide wie Fentanyl als Ersatzprodukt umsteigen. Derweil sucht das Drogeninformationszentrum DIZ nach Alternativen.

Alkohol-Mythen auf dem Prüfstand

Rund um das Thema Alkohol kursieren viele weit verbreitete Irrtümer. Unter dem Titel „Stimmt’s?“ nimmt ein jetzt erschienener Kartenfächer im handlichen Pocketformat zahlreiche Alkohol-Mythen unter die Lupe. Herausgeberinnen der Publikation sind die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS), der BKK Dachverband und der AOK-Bundesverband.

Sendung «nano» zum Thema Crack in der Schweiz

Der Drogenhandel in Europa ist aktiver denn je. Substanz Nummer eins ist Cannabis, gefolgt von Kokain. Und gerade Crack, hergestellt aus Kokain, wird immer mehr zum Problem. Wie gehen wir damit um? Crack flutet den europäischen Markt und verändert die Drogenszene stark. In vielen Städten kommt die offene Drogenszene zurück, auch in der Schweiz. Die Sendung nano ergründet, warum das so ist und – vor allem – wie Menschen mit einer Abhängigkeit geholfen werden kann.

FORSCHUNG & STATISTIK

Das Schweizer Suchtpanorama 2024 ist erschienen

Welches sind die aktuellen Konsumtrends bei Alkohol, Tabak- und Nikotinprodukten, illegalen Drogen und psychoaktiven Medikamenten? Welche Probleme manifestieren sich beim Gebrauch digitaler Medien oder beim Glücks- und Geldspiel? Das jährlich erscheinende Suchtpanorama nimmt sich dieser und weiterer Fragen an und zeigt beispielsweise auf, dass der Anteil vulnerabler Jugendlicher grösser geworden ist und diese ein höheres Risiko haben, zu Suchtmitteln wie Nikotinprodukten zu greifen oder in die sozialen Medien zu flüchten.

Schweizer Zoll 2023: Weniger Betäubungsmittel sichergestellt, aber mehr Dopingmittel

Im Bereich der Betäubungsmittel hat das Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit (BAZG) weniger Marihuana (2023: 243 Kilo / 2022: 476 Kilo) und weniger Heroin (2023: 7 Kilo / 2022: 11 Kilo) festgestellt. Beim Kokain blieb die Menge auf dem Niveau der Vorjahre, wenn man einen Grossfund aus dem Jahre 2022 aus der Statistik herausrechnet (2023: 110 Kilo / 2022: 568 Kilo / 2021: 90 Kilo). Hingegen verzeichnete das BAZG eine deutliche Zunahme bei den Designerdrogen (2023: 84 Kilo / 2022: 15 Kilo), insbesondere bei den synthetischen Cannabinoiden.

Studie zur Alkoholdebatte der Migros

Die Migros hat den Verkauf von Alkohol in ihren Supermärkten lange Zeit verboten. Eine Studie analysiert die Prozesse des Framing und untersucht einen kürzlich gescheiterten Versuch, das seit langem bestehende Verbot durch eine Mitglieder:innenabstimmung im Jahr 2022 aufzuheben. Es zeigt sich, dass Befürwortende und Gegner:innen eine Kombination von Argumenten aus den Bereichen öffentliche Gesundheit, Wirtschaft/Markt und soziale Verantwortung der Unternehmen verwendeten.

SCHADENSMINDERUNG

Historische Anerkennung der Schadensminderung in der Betäubungsmittelkommission

Vom 14. bis zum 22. März 2024 hat die Schweiz in Wien an der 67. Tagung der Betäubungsmittelkommission der Vereinten Nationen teilgenommen, der sie im Zeitraum 2021-2025 als Mitglied angehört. Die Tagung endete mit der Verabschiedung einer Resolution über die Prävention und Behandlung von Überdosierungen, in der das Konzept der Schadensminderung ausdrücklich und zum ersten Mal von der Kommission anerkannt wird.

31. März: International Drug Checking Day

Der 31. März ist der internationale Tag des Drug Checking. Das Hauptziel dieses Tages ist es, das Bewusstsein dafür zu schärfen, dass es weltweit Drug-Checking-Dienste und Organisationen gibt. Ausserdem geht es darum die Bedeutung von Massnahmen zur Verringerung drogenbedingter Risiken hervorzuheben. Das Drug-Checking führt, neben der Schadensminderung dazu, dass Entwicklungen bei den Substanzen untersucht werden können.

HINTERGRÜNDE & MATERIALIEN

Unterrichtsmaterialien für die Hochschullehre

In einem Workshop mit Dozierenden von Hochschulen aus den Bereichen Soziale Arbeit, Pädagogik, Psychologie sowie Gesundheitsförderung und Prävention wurde gewünscht, dass zum Thema F+F Materialien für die Hochschullehre entwickelt und zur Verfügung gestellt werden. Der Fachverband Sucht hat dies im Auftrag des Bundesamtes für Gesundheit BAG und in Zusammenarbeit mit dem Institut Soziale Arbeit und Gesundheit HSA FHNW umgesetzt. Die Materialien (Präsentation, Fallvignette und Übung) wurden für die Hochschullehre entwickelt. Sie eignen sich aber auch als Grundlage für Präsentationen für andere Zielgruppen.

Emotionen und Sucht

Wie hängen Emotionen und Sucht zusammen? Zwei Blogbeiträge widmen sich dem spannenden Thema. Zum einen wie Groll – ein negatives Gefühl, mit der Sucht und Rückfall zusammenhängt und zum anderen, welche Rolle die Gelassenheit und Impulskontrolle einnimmt.

DIVERS

Prevention.ch feiert Geburtstag

Vor drei Jahren ging die Plattform prevention.ch online. Prevention.ch bietet Informationen von Fachpersonen für Fachpersonen und wird vom BAG als Austauschplattform bereitgestellt. Hier informieren sich Fachleute aus den Bereichen psychische Gesundheit sowie Prävention von nichtübertragbaren Krankheiten und Sucht gegenseitig über Studien, Projektbeispiele, Veranstaltungen und vielem mehr.

Experiment Handy – Wie gelingt Smartphone-Detox?

Die SRF-Sendung «Einstein» widmet sich dem Smartphone und hat dazu ein Experiment gemacht. Viele Leute stören sich am eigenen Verhalten und berichten, dass Sie zu viel Zeit am Handy verbringen. Die Sendung geht der Frage nach, ob es die Zuschauer:innen, welche sich für das Experiment angemeldet haben, schaffen weniger Zeit am Smartphone zu verbringen und welche Strategie Ihnen dabei am besten hilft.

VERANSTALTUNGEN
Die laufend aktualisierte Agenda mit Veranstaltungen aus dem Suchtbereich finden Sie direkt auf den Seiten von Infodrog.

STELLENANGEBOTE
Beachten Sie auch unsere Stellenangebote, eine Kooperation mit dem Verein sozialinfo.ch

REDAKTION

Deutschschweiz

Dr. Walter Rohrbach