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Bedarfsanalyse

Eine Bedarfsanalyse ist ein systematisches Vorgehen zur Begründung und Planung von präventiven und gesundheitsfördernden Interventionen auf Basis einer Beschreibung und Evaluation der Problemlage. Zentrale Fragen sind, ob ein Bedarf für neue Projekte oder Programme vorhanden ist, worauf dieser basiert und welche Gruppen und Settings speziell betroffen sind. Die Bedarfsanalyse ist somit auch ein Instrument um zu überprüfen, inwieweit die bestehenden Präventionskapazitäten genügen, um den festgestellten Bedarf zu decken, und ob es neue oder ergänzende Interventionen braucht. Da sich die Bedarfslage relativ schnell verändern kann, sind zudem auch Prognosen zum künftigen Bedarf zu berücksichtigen.

Eine Bedarfsanalyse besteht in der Regel aus drei Hauptteilen: In einem ersten Schritt wird die aktuelle oder eine sich abzeichnenden Problemlast qualitativ und quantitativ beschrieben. Wenn immer möglich sollten hierfür objektive Indikatoren herangezogen und entsprechende Evidenzen berücksichtigt werden – zum Beispiel aus vorhandenen Studien, Statistiken und Monitoringdaten oder aus Grundlagenberichten wichtiger Organisationen. Im zweiten Schritt wird das bestehende Präventions- oder Hilfsangebot systematisch beschrieben und in einem dritten Schritt evaluiert, ob das Angebot ausreicht, um die festgestellte Problemlast wirksam zu reduzieren. Das Ergebnis des Abgleichs ergibt den Handlungsbedarf.

Eine etablierte Methode für eine umfassende Bedarfsanalyse und Präventionsplanung auf Gemeindeebene bietet das Programm Communities That Care (CTC), welches ursprünglich in den USA entwickelt wurde und zwischen 2015 und 2019 in einem Modellversuch durch RADIX und interessierten Kantonen und Gemeinden umgesetzt wird. Wichtige Grundlagen und Qualitätskriterien zur Projektplanung finden sich im Instrumentarium Quint-essenz.

Quellen

Gesundheitsförderung Schweiz: Quint-essenz.ch – Qualitätsentwicklung in Gesundheitsförderung und Prävention. www.quint-essenz.ch. Zugriff 17.08.2018.

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