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Evidenzbasierte Prävention

Die evidenzbasierte Prävention hat sich in den 1990er-Jahren in Anlehnung zur evidenzbasierten Medizin entwickelt. Wurden in den frühen Jahren in erster Linie – und analog zu medizinischen Interventionen – Wirksamkeitsnachweise von präventiven Massnahmen als notwendige Bedingung einer Evidenzbasierung gefordert, etablierte sich in den 2010er Jahren eine differenziertere Sichtweise. Gemäss einer Definition des Deutschen Institut für Sucht- und Präventionsforschung aus dem Jahr 2014 entspricht «evidenzbasierte Suchtprävention […] der gewissenhaften, vernünftigen und systematischen Nutzung der gegenwärtig bestmöglichen theoretisch und empirisch ermittelten wissenschaftlichen Erkenntnisse als auch des Praxiswissens sowie des Wissens der Zielgruppen für die Planung, Implementierung, Evaluation, Verbreitung und Weiterentwicklung von verhältnis- und verhaltensbezogenen Massnahmen. Die Generierung neuen Wissens für evidenzbasierte Suchtprävention erfolgt im Kontext von Forschung und Praxis» (ExpertInnengruppe Kölner Klausurwoche: 2014).

Evidenz ist keine absolute Grösse, sondern als ein Kontinuum zu verstehen. Je mehr Evidenzkriterien von einer Studie erfüllt werden, desto höher ist ihre Evidenzstärke. Hohe Evidenz liegt dann vor, wenn die Studie von anderen ForscherInnen repliziert wurde, wenn sie eine hohe interne und externe Validität aufweist und von einer oder mehreren Metaanalysen gestützt wird. Ausgehend von der Designqualität einer Studie werden durch das GRADE-System (Grading of Recommendations Assessment, Development and Evaluation) Evidenzstufen für Studienbefunde definiert.

Quellen

Experten- und Expertinnengruppe Kölner Klausurwoche (2014): Memorandum Evidenzbasierung in der Suchtprävention – Möglichkeiten und Grenzen. Köln.

Hafen, M./Auerbach, S./Müller, M. (2010): Evidenzbasierte und wirkungsorientierte Cannabisprävention. Ein Rahmenmodell in Theorie und Praxis. Hochschule Luzern.

Infodrog (Hrsg.) (2010): Evidenzbasierte Suchtprävention. SuchtMagazin 36(1). Bern: Infodrog

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