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Evidenzbasiert | Evidenzbasierung

Evidenzbasierung (engl. evidence-based) erfolgt auf der Basis empirisch zusammengetragener und bewerteter wissenschaftlicher Erkenntnisse. Sie bezeichnet die Berücksichtigung der besten verfügbaren Informationen für Entscheidungen oder Empfehlungen. Demzufolge bedeutet evidenzbasiert: auf wissenschaftlichen Erkenntnissen beruhend, auf empirischen Daten aufbauend oder auf Grundlage empirisch nachgewiesener Wirksamkeit.

GRADE (Grading of Recommendations, Assessment, Development and Evaluation) ist eine seit 20 Jahren stetig weiterentwickelte, international anerkannte Methode, mit deren Hilfe sich die Vertrauenswürdigkeit («Qualität») der Evidenz einschätzen lässt. Studien können auf den vier Stufen der GRADE-Bewertung beurteilt werden:

  • Hoch: Es ist sicher, dass die Evidenzen dem wahren Effekt nahekommen («Massnahme X hat den Effekt Y»). Metaanalysen oder hochwertige randomisierte kontrollierte Studien (RCT) liefern oftmals Ergebnisse mit hoher Evidenz.
  • Moderat: Die Evidenzen kommen dem wahren Effekt nahe («Massnahme X hat wahrscheinlich den Effekt Y»). Die Bewertung moderat oder hoch bedeutet, dass die vorliegende Evidenz unter Beachtung aller Einschränkungen eine brauchbare Basis für Entscheidungen abgibt. Beispiele hierfür sind hochwertige kontrollierte, jedoch nicht randomisierte Studien oder hochwertige quasi-experimentelle Designs.
  • Niedrig: Die Evidenzen kommen dem wahren Effekt wahrscheinlich nahe («Massnahme X könnte den Effekt Y haben»). Weitere Studien können das Ergebnis aber noch merklich verändern. Solche Evidenz sollte nur mit Vorsicht für Entscheidungen genutzt werden. Methodisch hochwertige, nicht experimentelle deskriptive Studien, zum Beispiel Korrelationsstudie (Korrelation) oder Fall-Kontroll-Studie liefern oftmals niedrige Evidenzen.
  • Sehr niedrig: Der aus den Studienergebnissen abgeleitete Effekt unterscheidet sich wahrscheinlich deutlich vom gesuchten, wahren Effekt. Weitere Studien werden die Evidenzlage mit hoher Wahrscheinlichkeit noch in die eine oder andere Richtung verändern. Das heisst, dass wir uns nicht auf die vorliegende Evidenz verlassen können und dass sie keine brauchbare Grundlage für Entscheidungen ist. Beispiele für diese Kategorie sind Fallserien oder eine oder mehrere Expert:innenmeinungen.

Quellen:

Cochrane Deutschland Stiftung, Webseite. Die Vertrauenswürdigkeit von Evidenz nach GRADE: https://wissenwaswirkt.org/die-vertrauenswuerdigkeit-von-evidenz-nach-grade, Zugriff 28.02.2023.

Markus Antonius Wirtz (Hrsg.), Webseite. Evidenzbasierung, in: Dorsch - Lexikon der Psychologie: https://dorsch.hogrefe.com/stichwort/evidenzbasierung, Zugriff 28.02.2023.

Zitiervorschlag

Infodrog (JJJJ). Evidenzbasierung | Evidenzbasiert. Präventionslexikon: https://www.infodrog.ch/de/wissen/praeventionslexikon/evidenzbasierung-evidenzbasiert.html, Zugriff 02.12.2023.

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