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HIV und AIDS

Eine Erkrankung mit dem HI-Virus (Human Immunodeficiency Virus, auf Deutsch: menschliches Immunschwäche-Virus) wird, wie Hepatitis C auch, zu den übertragbaren Krankheiten gezählt.

In der Schweiz leben rund 16'600 mit HIV infizierte Menschen. Das Virus wird durch infizierte Körperflüssigkeiten wie Blut, Sperma, Vaginalsekret und Muttermilch übertragen. Entsprechend kann HIV durch die gemeinsame Nutzung von Drogenkonsummaterial (Spritzen, Sniffröhrchen oder Pfeifen) und bei ungeschütztem Geschlechtsverkehr (vaginal, anal oder oral) durch Mikroverletzungen der Genitalschleimhaut übertragen werden. Eine Übertragung von der Mutter auf das Kind findet während der Schwangerschaft und des Stillens statt. Dank neuer Medikamente und einiger Vorsichtsmassnahmen ist das Risiko bei einer Mutter, die behandelt wird, das Stillen vermeidet, einen Kaiserschnitt vornimmt und das Neugeborene eventuell vorbeugend behandelt, nahezu ausgeschlossen.

Etwa zwei bis sechs Wochen nach der Infektion kann sich das Virus durch grippeähnliche Symptome bemerkbar machen (z. B. Kopf- und Halsschmerzen, Fieber, Schwellung der Drüsen und Lymphknoten, Übelkeit). Antikörper können im Blut nach drei Monaten ab der Infektion nachgewiesen werden. Während dieser Zeit, in der sich das Virus schnell repliziert, ist die neu infizierte Person sehr ansteckend. Nach den ersten zwei Monaten nimmt die Virämie (d. h. die Menge der Viren im Blut) tendenziell ab und es kann eine symptomfreie Phase folgen, die Monate oder sogar Jahre dauern kann. HIV-positive Menschen, die also spezifische Antikörper entwickelt haben, haben jahrelang keine besonderen Probleme und können ein normales Leben führen. Trotz fehlender Symptome vermehrt sich das Virus weiter und führt zu einer Unterfunktion des Immunsystems. Aufgrund der ständigen Belastung durch HIV wird das Immunsystem immer schwächer, bis es nicht mehr in der Lage ist, sich gegen alle Krankheitserreger zu wehren. Es können Anzeichen einer Immunschwäche auftreten, wie Hautkrankheiten, Lymphknotenschwellungen und Nachtschweiss. Das erworbene Immunschwächesyndrom (AIDS) ist die Spätfolge einer HIV-Infektion. Die Zeit zwischen dem Zeitpunkt der Infektion und der Entwicklung von AIDS ist von Person zu Person sehr unterschiedlich. Häufig kann es ohne Behandlung 10 bis 15 Jahre dauern, manchmal auch länger. Im fortgeschrittenen Stadium kann die Immunschwäche zur Entwicklung schwerer Krankheiten und schliesslich zum Tod führen. Wenn keine gezielte Behandlung mit lebenslanger Überwachung begonnen wird, liegt die Lebenserwartung bei einigen Monaten bis zu drei Jahren.

Um den Verlauf einer HIV-Infektion aufzuhalten, stehen heute antiretrovirale Medikamente zur Verfügung, die von der gesetzlichen Krankenversicherung übernommen werden. Trotz beachtlicher Erfolge kann man die Infektion nicht heilen, aber man kann sie gut behandeln, sodass sich aus einer HIV-Infektion kein AIDS entwickelt. Die Behandlung muss täglich und lebenslang durchgeführt werden. Heute kann ein Paar in gegenseitigem Einvernehmen entscheiden, ungeschützten Geschlechtsverkehr zu haben, wenn die HIV-positive Person eine wirksame Behandlung durchführt (Unterdrückung der Viruslast im Blut für mindestens sechs Monate und regelmässige Kontrollen) und wenn keiner von beiden eine andere sexuell übertragbare Krankheit hat. Durch eine rechtzeitig begonnene Behandlung wird das Immunsystem gestärkt und die Gesundheit verbessert.

Es gibt keine Impfung, um sich vor einer HIV-Infektion zu schützen.

[erstellt am 09.02.2022]

Quellen

Bundesamt für Gesundheit BAG: Webseite «Human Immunodeficiency Virus (HIV)». https://www.bag.admin.ch/bag/de/home/krankheiten/krankheiten-im-ueberblick/hiv.html, Zugriff 09.02.2022.

Website der Aids-Hilfe Schweiz. https://aids.ch, Zugriff 09.02.2022.

Website von Zonaprotetta. https://zonaprotetta.ch, Zugriff 09.02.2022.

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