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Pathogenese

Die Pathogenese (altgriechisch: pathos = Leiden/Krankheit, genese = Entstehung) ist ein Teilgebiet der Pathologie und beschreibt sowohl die Entstehung als auch die Entwicklung von körperlichen und psychischen Erkrankungen. In den Gesundheitswissenschaften steht die Pathogenese für eine Perspektive, welche die Entstehung von Krankheit und deren Verhinderung in den Mittelpunkt rückt – und sich so auf die Bekämpfung von Krankheitsauslösern und  Gesundheitsrisiken konzentriert.

Im Unterschied zum Gesundheitsmodell der  Salutogenese und der darin begründeten Vorstellung eines  Gesundheits-Krankheits-Kontinuums kennt die Pathogenese keinen graduellen Übergang zwischen Gesundheit und Krankheit. Ein Individuum gilt dann als gesund, wenn es an keinen diagnostizierbaren Erkrankungen leidet. Gesundheit erscheint aus dieser Perspektive folglich als ein über die Abwesenheit von Krankheit definierter Normzustand, Krankheit hingegen als Abweichung von diesem.

Die Verabschiedung der Ottawa-Charta markierte 1986 einen Paradigmenwechsel im Gesundheitsverständnis, aus welchem sich die moderne  Gesundheitsförderung mit ihrer salutogenetischen Perspektive entwickelte. Der Wechsel hin zu einem dynamischen Modell der Gesundheit, das neben Krankheitdeterminanten ebenso gesundheitsbedingende Prozesse berücksichtigt, hatte auch einen nachhaltigen Einfluss auf die moderne  Suchtprävention. Denn neben  Risikofaktoren bezieht diese individuelle und soziale Gesundheitsressourcen und  Schutzfaktoren in ihre heutige Praxis mit ein.

Quellen

Faltermaier, T. (2018): Salutogenese und Ressourcenorientierung. S. 85-98. In: C.-W. Kohlmann et al. (Hrsg.), Psychologie in der Gesundheitsförderung. Bern: Hogrefe.

Franke, A. (2015): Salutogenetische Perspektive. BZgA. Leitbegriffe der Gesundheitsförderung. www.leitbegriffe.bzga.de/alphabetisches-verzeichnis/salutogenetische-perspektive/, Zugriff 04.09.2018.

Kaba-Schönstein, L. (2018): Gesundheitsförderung 1: Grundlagen. BZgA. Leitbegriffe der Gesundheitsförderung. https://www.leitbegriffe.bzga.de/alphabetisches-verzeichnis/gesundheitsfoerderung-i-definition-ziele-prinzipien-handlungsebenen-und-strategien/, Zugriff 04.09.2018.

Wirtz, M. A./Kohlmann, C.-W./Salewski, C. (2018): Gesundheitsförderung und Prävention – die psychologische Perspektive. S. 13-28. In: C.-W. Kohlmann/C. Salewski/M. A. Wirtz (Hrsg), Psychologie in der Gesundheitsförderung. Bern: Hogrefe.

[zuletzt aktualisiert am 05.09.2018]

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