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Resilienz

Resilienz ist die (Widerstands-)Fähigkeit, kritische Lebensereignisse ohne anhaltende Beeinträchtigung zu bewältigen und sich trotz widriger Umstände erfolgreich zu entwickeln. Resilienz bewirkt im Verlauf der Entwicklung den Aufbau einer Vielzahl von Schutzfaktoren.

Die Resilienzforschung beschäftigt sich mit den (Schutz-)Faktoren, welche Menschen auch unter ungünstigen Umständen eine positive Entwicklung ermöglichen. In einer international berühmten Längsschnittstudie mit 700 Kindern auf der Hawaiinsel Kauai beobachtete die Entwicklungspsychologin Emmy Werner, dass Kinder mit ungünstigen Startchancen sich in der Regel weniger gut entwickeln und mehr gesundheitliche und soziale Probleme haben als solche ohne Risikofaktoren. Aber: Ungefähr ein Drittel der benachteiligten Kinder entwickelten sich trotz widriger Umstände zu gesunden Erwachsenen. Diese Kinder hatten Resilienz – Widerstandskraft.

Zu den ungünstigen Umständen und Eigenschaften gehören die bekannten Risikofaktoren niedriges Bildungsniveau, mangelnde soziale Integration, chronische Armut, Sucht und Krankheit in der Familie, Schulversagen, geringe Kompetenzen usw. Zu den Schutzfaktoren zählen unter anderem gute Bindungen zu den Eltern, soziale Kompetenz, gute Selbstregulation, hohe Selbstwirksamkeitserwartung, positive Werte und Interessen oder auch das Aufgehoben-Sein in der Gemeinschaft.

Wie die Beispiele zeigen, sind die Risiko- und Schutzfaktoren beim Individuum selber wie auch in seiner sozialen und physischen Umwelt angesiedelt. Ein Aufbau der Resilienz wird häufig mit einer Stärkung der Persönlichkeit gleichgesetzt. In einem umfassenderen Verständnis der Prävention kann aber auch die kollektive Resilienz gestärkt werden, zum Beispiel durch Elternprogramme, Schulprojekte und Massnahmen in der Gemeinde.

Das Gegenstück zur Resilienz ist die Vulnerabilität. Vulnerable Menschen sind anfällig für äussere Einflüsse und in ihrer gesunden Entwicklung gefährdet. Der Konsum psychoaktiver Substanzen und anderes Risikoverhalten sind zum Beispiel unter vulnerablen Jugendlichen stärker verbreitet als unter resilienten. Dies konnte unter anderem in der SMASH-Studie (Swiss Multicenter Adolescent Survey on Health) nachgewiesen werden.

Quellen

Werner, E. (2005): What can we learn about resilience from large-scale longitudinal studies? S. 91-105 in: S. Goldstein/R. Books (Hrsg.), Handbook of resilience in children. New York: Kluwer Academic.

Werner, E. (1992): Overcoming the odds. High risk children from birth to adulthood. Ithaca/London: Cornell University Press.

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