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Salutogenese

Das Gesundheitsmodell der Salutogenese (lateinisch: salus = Gesundheit/Wohlbefinden, genese = Entstehung) beschäftigt sich mit der Frage nach der Entstehung von Gesundheit und den dahinter liegenden Prozessen. In der Prävention und Gesundheitsförderung steht die Salutogenese dabei für einen Ansatz der Ressourcenorientierung, der sich zur Vorbeugung von Krankheiten, beziehungsweise der Förderung von Gesundheit, auf die Stärkung individueller Ressourcen – Schutzfaktoren in der Terminologie der Prävention – konzentriert.

Die auf den israelisch-amerikanischen Medizinsoziologen Aaron Antonovsky zurückgehende Salutogenese begreift in Abgrenzung zur Pathogenese Gesundheit nicht einfach als einen über die Abwesenheit von Krankheit definierten Normalzustand, sondern als dynamischen Prozess der Wechselwirkung zwischen Belastungsfaktoren (nach Antonovsky: Stressoren) und Ressourcen. Zwischen Gesundheit und Krankheit besteht demnach kein strikter Gegensatz, sondern ein fliessender Übergang in Form eines Kontinuums. Ein Individuum ist somit nicht ausschliesslich «krank» oder «gesund», sondern befindet je nach Lebenssituation entweder näher am einen oder anderen Pol.

Antonovsky Modell der Salutogenese stiess Ende der 1970er-Jahre eine Neuorientierung der Gesundheitswissenschaften hin zu einem positiven und an Ressourcen orientierten Verständnis von Gesundheit an. Der Paradigmenwechsel weg vom präventivmedizinischen Fokus auf pathogene Risikofaktoren hin zu Schutzfaktoren war auch für die Entwicklung und Etablierung der Gesundheitsförderung in den 1980er-Jahren von grosser Bedeutung. Sie wurde konzeptuell stark vom salutogenetischen Gesundheitsmodell beeinflusst. Darüber hinaus führte die Neuorientierung im gesamten Feld der Public Health zur Integration eines ressourcenorientieren Verständnisses von Gesundheit. So bezieht heute auch die Suchtprävention die Stärkung von Schutzfaktoren auf den Ebenen der menschlichen Biologie und Psyche sowie seiner sozialen und ökologischen Umwelt in ihre Praxis mit ein.

Quellen

Faltermaier, T. (2018): Salutogenese und Ressourcenorientierung. S. 85-98. In: C.-W. Kohlmann et al. (Hrsg.), Psychologie in der Gesundheitsförderung. Bern: Hogrefe.

Franke, A. (2015): Salutogenetische Perspektive. In: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Leitbegriffe der Gesundheitsförderung. https://www.leitbegriffe.bzga.de/alphabetisches-verzeichnis/salutogenetische-perspektive/, Zugriff 04.09.2018.

Lohaus, A. (2018): Jugend. S. 493-505 in: C.-W. Kohlmann et al. (Hrsg), Psychologie in der Gesundheitsförderung. Bern: Hogrefe.

Kaba-Schönstein, L. (2018): Gesundheitsförderung 1: Grundlagen. In: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Leitbegriffe der Gesundheitsförderung. https://www.leitbegriffe.bzga.de/alphabetisches-verzeichnis/gesundheitsfoerderung-i-definition-ziele-prinzipien-handlungsebenen-und-strategien/, Zugriff 04.09.2018.

Lyssenko, L./Bengel, J. (2016): Resilienz und Schutzfaktoren. In: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Leitbegriffe der Gesundheitsförderung. https://www.leitbegriffe.bzga.de/alphabetisches-verzeichnis/resilienz-und-schutzfaktoren/, Zugriff 02.07.2018.

Wirtz, M. A./Kohlmann, C.-W./Salewski, C. (2018): Gesundheitsförderung und Prävention – die psychologische Perspektive. S. 13-28. In: C.-W. Kohlmann/C. Salewski/M. A. Wirtz (Hrsg), Psychologie in der Gesundheitsförderung. Bern: Hogrefe.

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