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Schutzfaktoren

Unter Schutzfaktoren – oder synonym: Ressourcen, Protektivfaktoren, Resilienzfaktoren – werden in Gesundheitsförderung und Suchtprävention Merkmale eines Individuums, seines sozialen Umfelds und der Gesellschaft verstanden, welche das Wohlbefinden und die Gesundheit eines Menschen positiv beeinflussen. Schutzfaktoren können dabei auch den Einfluss von Risikofaktoren ausgleichen. In der Gesundheitsförderung steht die Stärkung von Schutzfaktoren seit Längerem im Vordergrund. Mit dem zunehmenden Einfluss des Ansatzes der Ressourcenorientierung hat der Fokus auf Schutzfaktoren auch in Theorie und Praxis der Suchtprävention stark an Bedeutung gewonnen.

Unterteilen lassen sich Schutzfaktoren – analog zu den Risikofaktoren – in «persönliche» und «umweltbezogene» Faktoren. Erstere beziehen sich auf das Individuum und seine biopsychische Konstitution, seine Kompetenzen und sein Verhalten, letztere auf Faktoren, die im sozialen Umfeld – Familie, Freundeskreis, gesellschaftliche Struktur – und der physikalischen Umwelt des Einzelnen vorzufinden sind.

Zu den wichtigsten persönlichen Schutzfaktoren zählen für die Suchtprävention das Erleben von Selbstwirksamkeit, Optimismus und positive Zukunftserwartungen, soziale Kompetenzen und Problemlösefertigkeiten, hohe kognitive und emotionale Kompetenzen und Lebenszufriedenheit. Die bedeutendsten Schutzfaktoren auf der Ebene der sozialen Umwelt sind eine gute soziale Ausgangslage, ein gesellschaftliches Normensystem, gesellschaftliche und ökonomische Partizipationsmöglichkeiten, eine positive Atmosphäre am Arbeits- oder Ausbildungsplatz, ein starkes soziales und familiäres Netz, tragfähige Bindungen und Beziehungen oder auch soziale, kulturelle und religiöse Aktivitäten.

Quellen

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Franzkowiak, P. (2015): Risikofaktoren und Risikofaktorenmodell. BZgA. Leitbegriffe der Gesund-heitsförderung. www.leitbegriffe.bzga.de/alphabetisches-verzeichnis/risikofaktoren-und-risikofaktorenmodell/?marksuchwort=1, Zugriff 02.07.2018.

Lohaus, A. (2018): Jugend. S. 493-505 in: C.-W. Kohlmann et al. (Hrsg), Psychologie in der Gesund-heitsförderung. Bern: Hogrefe.

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