Suchen

Tabak | Nikotin

Tabak wird aus Blättern der Pflanzen der Gattung Nicotiana tabacum hergestellt. Der süchtig machende Hauptbestandteil ist das Nikotin. Tabak beinhaltet mehr als hundert Zusätze, darunter verschiedene Zucker, Aromen und Feuchthaltemittel. Von den 7'000 Substanzen, die in Tabakrauch enthalten sind, sind zahlreiche toxisch und mehrere Dutzend krebserregend. Die meisten davon sind sehr feine Partikel, die in die Lungen eindringen. Diese Substanzen werden bei der Verbrennung bei 600–900 Grad Celsius umgewandelt.

Tabak kann in verschiedenen Formen konsumiert werden: Er kann geraucht (Zigarette oder selbstgedrehte Zigarette, Zigarre, Zigarillo, Pfeife oder Wasserpfeife), geschnupft (Schnupftabak, Tabak in Pulverform und oftmals mit Aroma, der durch die Nasenlöcher eingenommen wird), gekaut (Stück Tabak, das mehrere Stunden lang im Mund behalten wird) oder gelutscht werden (Snus, gemahlener Tabak in kleinen Beuteln, die zwischen Zahnfleisch und Wange platziert werden). Tabakprodukte, die nicht geraucht werden, enthalten zahlreiche Zusatzstoffe, die den Geschmack verändern (Zucker, Nüsse, Gewürze, Öle), und das Nikotin wird leichter aufgenommen.

Es gibt Produkte, die den Tabak erhitzen, ohne ihn zu verbrennen («Heat-not-Burn»). Sie erreichen ungefähr zwischen 240 und 350 Grad Celsius (z. B. IQOS von Philip Morris oder Glo von British American Tobacco). Dabei werden Aerosole inhaliert (eine Mischung aus Gas und Partikeln). Beim Vorgang werden Tabakstäbchen («Sticks») erhitzt, die gemahlene Tabakblätter und Zusätze enthalten. Die inhalierten Aerosole gelangen in die Lungen. Andere Produkte erhitzen Tabakkapseln (Granulat) auf ungefähr 30 Grad Celsius, wobei der Dampf inhaliert wird (z. B. Ploom von Japan Tobacco). Wenn Tabak auf 240–350 Grad Celsius erhitzt wird, tritt Pyrolyse auf (Zersetzung unter dem Einfluss von Hitze und ohne Sauerstoffzufuhr) und die Menge toxischer Substanzen ist höher als bei 30 Grad Celsius.

Die elektrische Zigarette («E-Zigarette») ermöglicht es, eine aromatisierte, nikotinfreie oder nikotinhaltige Flüssigkeit («E-Liquid») zu verdampfen. Die elektrische Zigarette besteht aus einem Mundstück, einem wiederaufladbaren Akku, einem Verdampfer und einer Kartusche und ermöglicht es, den Dampf der in der Kartusche enthaltenen Flüssigkeit zu inhalieren. Die Temperatur, mit der die Flüssigkeit erhitzt wird, ist sehr niedrig, weshalb weder eine Verbrennung noch eine Pyrolyse stattfindet.

Wirkungen von Tabak | Nikotin

Das in den Tabakblättern enthaltene Nikotin verursacht psychoaktive Effekte und macht abhängig. Es stimuliert die Freisetzung von Dopamin und anderen Neurotransmittern, was zu einer Anregung und Steigerung der Wahrnehmungen und des Gedächtnisses sowie einem geringeren Appetit führt. Die aufgenommene Menge an Nikotin hängt vom Produkt und der jeweiligen Aufnahmeart ab.

Der Tabakrauch wird inhaliert, gelangt so in die Lungen und über den Blutkreislauf ins Gehirn. Die Effekte des Nikotins sind innerhalb von 10–20 Sekunden spürbar und werden durch die Zugabe von Zusätzen verstärkt, die wiederum die Abhängigkeit erhöhen. Die maximale Nikotinkonzentration im Blut wird nach ungefähr fünf Minuten erreicht. Das Gefühl beim Durchströmen des Rachens («hit»), das rauchende Personen spüren möchten, tritt auch bei IQOS und Glo auf, die im Vergleich zur Zigarette eine ähnliche Nikotinkonzentration und -aufnahme aufweisen.

Der Nikotingehalt von Zigarillos und Zigarren ist im Durchschnitt höher als derjenige von Zigaretten. Es sind auch mehr toxische und krebserregende Substanzen enthalten als im Zigarettenrauch. Bei der Pfeife hängt dies von der Menge des verwendeten Tabaks ab; bei der Wasserpfeife werden die toxischen Substanzen, die im Tabak enthalten sind, nicht durch das Wasser gefiltert. Der Rauch von Zigarren und Pfeifen wird nicht inhaliert; das Nikotin wird im Vergleich zur Zigarette etwas weniger schnell von der Mundschleimhaut aufgenommen. Der Rauch von Zigarillos wird hingegen manchmal inhaliert und das Nikotin schneller aufgenommen.

Wird der Tabak über die Nasenlöcher oder oral eingenommen, wird das Nikotin langsamer aufgenommen und seine Konzentration im Blut sinkt ebenfalls sehr langsam.

Einmal im Hirn angelangt, stimuliert das Nikotin die Freisetzung von Dopamin und anderen Neurotransmittern, die auf psychischer und physischer Ebene wirken. Der Effekt kann anregend oder entspannend und beruhigend sein, je nach Zustand, in dem sich die Person befindet. Wahrnehmung, Aufmerksamkeit, intellektuelle Fähigkeiten, Puls und Blutdruck sind erhöht, während die Durchblutung der Haut und der Herzkranzgefässe aufgrund eines geringeren Sauerstoffgehalts verringert ist. Der Appetit, der Geruchs- und der Geschmackssinn sind ebenfalls herabgesetzt. Es können Migränen auftreten. Bei regelmässigem Konsum können Blutdruck und Herzfrequenz steigen und es kann zu einer vermehrten Ausschüttung von Adrenalin und einer angeregten Verdauung kommen. Beim ersten Konsum oder der Wiederaufnahme des Konsums kann der Blutdruck abfallen, die Temperatur sinken und Übelkeit und Schwindel können auftreten.

Das Nikotin kann in verschiedenen Formen konsumiert werden. Die konsumierte Menge kann zwischen 0,2 und 2 mg Nikotin variieren. Bei exzessivem Konsum über einen kurzen Zeitraum kann eine Nikotinvergiftung mit Symptomen wie Übelkeit, Erbrechen und Durchfall auftreten. Die tödliche Nikotindosis für Erwachsene beträgt ungefähr 60 mg, für Kinder und Jugendliche ist sie hingegen deutlich tiefer.

Die Dauer der Wirkung beträgt 10 bis 30 Minuten, während die Nebenwirkungen 1 bis 3 Stunden andauern. Pausen an der frischen Luft reduzieren die Gefahr von Kopfschmerzen.

Der Tabakindustrie zufolge setzen erhitzte Tabakprodukte weniger toxische Substanzen frei. Studien zeigen allerdings, dass die Aufnahmegeschwindigkeit des Nikotins und dessen Konzentration im Blut bei der Inhalation von Aerosolen der IQOS mit den Werten der Zigarette vergleichbar sind. Bei Ploom ist die Nikotinmenge kleiner. Bei Glo existiert noch keine unabhängige Studie.

Die Modelle der zweiten Generation erreichen nach ungefähr 30 Minuten die gleiche Nikotinkonzentration im Blut wie die Zigarette nach 5 Minuten. Eine dritte, leistungsstärkere Produktgeneration ist aber bereits auf dem Markt: Elektrische Zigaretten enthalten Nikotinsalze (die am nächsten verwandte Form zum natürlichen Nikotin), wobei die Geräte des Typs JUUL die Nikotinzufuhr auf das gleiche Niveau wie die Zigarette erhöhen oder dieses sogar übertreffen. JUUL gleicht einem USB-Stick und besteht aus einer Batterie und einer Kartusche («Pod») mit Nikotinsalzen. Diese Kartusche ist in verschiedenen Geschmacksrichtungen und zum Preis von einer Zigarettenpackung erhältlich.

Folgen des Tabak- und Nikotinkonsums

Es wird geschätzt, dass die meisten Menschen, die täglich Tabak konsumieren, abhängig sind (ungefähr 70 %); das Nikotin gehört nämlich zu den Substanzen, die am schnellsten abhängig machen. Alle verschiedenen Formen des Tabakkonsums, ob geraucht oder nicht, können zu einer Nikotinabhängigkeit führen und Krankheiten sowie Todesfälle verursachen.

Die körperliche Abhängigkeit, die durch das Nikotin verursacht wird, stellt sich schnell ein und es treten Entzugssymptome auf, wenn die Person mit dem Rauchen aufhört. Die psychologische Abhängigkeit betrifft Situationen des alltäglichen Lebens, in denen sich die Gewohnheit des Rauchens etabliert hat. Es können mehrere Versuche und professionelle Unterstützung notwendig sein, bis jemand vollständig aufhört. Dabei können Entzugssymptome auftreten wie zum Beispiel das dringende Bedürfnis, zu rauchen, Gewichtszunahme, Reizbarkeit, Konzentrations- oder Schlafstörungen, Ängstlichkeit, Angstzustände, Unruhe und Depression. Medikamente können diese Symptome lindern oder ganz zum Verschwinden bringen; sie erhöhen ausserdem die Erfolgswahrscheinlichkeit. Zu den Medikamenten gehören Nikotinersatzprodukte (Pflaster, Kaugummis, Lutsch- oder Brausetabletten, Inhalatoren), Vareniclin (Molekül, das über die Nikotinrezeptoren auf das Gehirn wirkt; Champix oder Chantix) und Bupropion (Zyban). Psychotherapeutische Ansätze können ebenfalls Unterstützung bieten.

Die Faktoren mit einem Einfluss auf die Gesundheit sind Art, Menge und Dauer des Konsums, wobei sich die Dauer am stärksten auf das Risiko auswirkt. Ein starker Tabakkonsum bei gleichzeitiger Einnahme von Medikamenten – wie zum Beispiel der Antibabypille – beeinträchtigt die Blutzirkulation und erhöht das Thromboserisiko.

Tabakkonsum kann zu Krebserkrankungen führen (Zungen-, Mundhöhlen-, Rachen-, Magen-, Bauchspeicheldrüsen-, Blasen-, Gebärmutterhals- und Nierenkrebs) und zu einer geringeren Lebenserwartung der rauchenden Personen. Das Krebsrisiko ist 25-mal so hoch. Rauchen erhöht ausserdem das Risiko einer koronaren Herzkrankheit, die sich durch eine Verengung oder Verstopfung der Koronararterien manifestiert. Die durch Tabakkonsum begünstigte Arteriosklerose, die Verkalkung der Arterienwände, verursacht eine Verengung des kardiovaskulären Systems (Stenose der Herzkranzgefässe), eine konstant verringerte Durchblutung des Herzens sowie einen Sauerstoffmangel. Ein chronischer Sauerstoffmangel oder eine vollständige Unterbrechung der Blutzufuhr kann einen Infarkt auslösen.

Das erhöhte Risiko für Herz- oder Atemwegserkrankungen (Asthma, chronische Bronchitis, Infarkt, Schlaganfall, Thrombose, Lungenkrebs) und Schäden an den Magenschleimhäuten sind auf die Zusatzstoffe des Tabaks zurückzuführen und nicht auf das Nikotin selbst.

Bei der Zigarre bleibt der Rauch länger in der Mundhöhle, was das Tumorrisiko erhöht (Zahnfleisch-, Zungen-, Gaumen- und Rachenkrebs). Zudem sind das Kohlenmonoxid, Oxidationsmittel und Schwermetalle für die Entstehung von kardiovaskulären Krankheiten verantwortlich.

Zigarillos, die oftmals über einen Filter verfügen, haben im Vergleich zu Zigaretten wahrscheinlich weniger negative Auswirkungen auf die Gesundheit. Da der Rauch manchmal inhaliert wird, erhöht sich das Risiko für Lungenkrebs und eine chronisch obstruktive Lungenkrankheit (COPD).

Bei der Pfeife wird der Rauch im Mund behalten und somit nicht von den Lungen aufgenommen. Die gesundheitlichen Risiken und die Abhängigkeit sind vergleichbar mit denjenigen der Zigarre.

Das Rauchen einer Wasserpfeife ist nicht weniger schädlich als das Rauchen einer Zigarette, denn das Wasser filtert die toxischen Substanzen nur ungenügend. Und weil der Tabak mit mehr Zusätzen gemischt wird als bei der Zigarette, enthält der Rauch der Wasserpfeife mehr toxische Substanzen. Zudem wird durch die Kohle eine grössere Menge an Kohlenmonoxid freigesetzt, was ebenfalls zu einer Vergiftung führen kann, ja sogar zu Erstickungsgefahr, denn eine grosse Menge an Kohlenmonoxid-Molekülen gelangt in die roten Blutkörperchen und verhindert so die Sauerstoffaufnahme. Ferner wird länger und tiefer inhaliert als bei der Zigarette.

Beim Konsum von Schnupftabak können sich die Nasenschleimhäute entzünden. Der Langzeitkonsum kann eine Verstopfung der Nasengänge und eine Abnahme des Geruchssinns verursachen. Im Tabak sind ausserdem krebserregende Substanzen enthalten, wenn auch ein Zusammenhang mit Herzerkrankungen bis anhin noch nicht untersucht wurde.

Lutschtabak (Snus) ist mit einem geringen Krebsrisiko verbunden, denn er ist pasteurisiert und getrocknet, weshalb er weniger krebserregende Nitrosamine enthält. Allerdings besteht das Risiko für Mundhöhlen-, Speiseröhren- und Bauchspeicheldrüsenkrebs. Wie bei allen Nikotinprodukten besteht ein leicht erhöhtes kardiovaskuläres Risiko. Zudem konnte ein signifikanter Zusammenhang zwischen dem Konsum von Snus und Zahnfleischschwund festgestellt werden.

Die Mehrheit der schädlichen nikotinhaltigen Substanzen entsteht durch die Verbrennung. Studien haben gezeigt, dass Tabak, der nicht geraucht wird, viel weniger davon freisetzt. Aber auch wenn die Risiken bei Tabak, der nicht geraucht wird, kleiner sind, birgt dessen Konsum ebenfalls nikotinbedingte kardiovaskuläre Risiken und setzt krebserregende Substanzen frei. Gewisse Studien zeigen, dass die Exposition gegenüber diesen Substanzen vergleichbar oder höher ist als bei Personen, die rauchen. Ausserdem verursacht der Konsum von Tabak, der nicht geraucht wird, vermehrt Verletzungen der Mundhöhle, von denen einige eine Vorstufe von Krebs darstellen. Bei einem starken Schnupftabak-Konsum besteht das Risiko, Typ-2-Diabetes zu entwickeln.

Die Ergebnisse der wenigen unabhängigen Studien zu den Risiken von erhitzten Tabakprodukten sind widersprüchlich. Einige bestätigen, dass durch die ausbleibende Verbrennung weniger schädliche Substanzen produziert werden. Andere Studien weisen hingegen eine leicht erhöhte Emission von toxischen Substanzen aus, bei gewissen Substanzen sei die Emission sogar mit derjenigen einer Zigarette vergleichbar. Alle Studien sind sich einig, dass Rauchpartikel vorhanden sind; eine Verbrennung ist deshalb nicht notwendig, die Pyrolyse (Zersetzung unter dem Einfluss von Hitze und ohne Sauerstoffzufuhr) reicht aus. Die Studien konzentrierten sich dabei auf die krebserregenden Substanzen; die Bestandteile, die kardiovaskuläre Erkrankungen auslösen, wurden hingegen weniger oft analysiert. Die gesundheitlichen Risiken und die mögliche lineare Zunahme mit der konsumierten Menge können nur in Langzeitstudien bestimmt werden.

Experten schätzen, dass die elektrische Zigarette weniger toxisch ist als die klassische Zigarette, denn in ihren Aerosolen wurde nur ein kleiner Teil der Bestandteile gefunden, die Krebs und kardiovaskuläre Erkrankungen auslösen. Sie enthält aber dennoch Substanzen wie Formaldehyd, Benzylalkohol und Nitrosamine, und eine kleine Menge davon könnte für gesundheitliche Auswirkungen bereits ausreichen. Es müsste ausserdem untersucht werden, ob die elektrische Zigarette Entzündungen der Atemwege wie Bronchitis oder Asthma begünstigt. Der regelmässige Konsum von elektrischen Zigaretten, die Nikotin enthalten, führt ebenfalls zu einer Abhängigkeit. Elektrische Zigaretten mit Nikotinsalzen hingegen können sogar zu einer noch stärkeren Abhängigkeit führen.

Während der Schwangerschaft wird stark davon abgeraten, in irgendeiner Form Tabak oder Nikotin zu konsumieren. Die Entwicklung des Gehirns und der Lungen des Babys wird beeinträchtigt, und das Risiko für eine Frühgeburt, ein geringes Geburtsgewicht, eine Totgeburt und den plötzlichen Kindstod ist erhöht.

Hilfe, Beratung und Therapie bei Fragen rund um Tabak und Nikotin

Für Betroffene, Angehörige und andere an der Suchtthematik Interessierte gibt es verschiedene Informations- und Beratungsmöglichkeiten in allen Regionen der Schweiz sowie Onlineangebote. Bei Suchtberatungsstellen können Termine vereinbart werden. Viele Angebote sind kostenlos, und die Beraterinnen und Berater unterliegen der Schweigepflicht.

Es gibt eine Reihe spezialisierter Angebote, die Menschen, die mit dem Rauchen aufhören wollen, bei ihren Bemühungen begleiten und unterstützen.

Hilfe vor Ort

In der Datenbank Suchtindex.ch von Infodrog sind Beratungsstellen, Therapieeinrichtungen und Selbsthilfeorganisationen zu finden.

Onlineberatung

Kostenlose und anonyme Onlineberatung zu Suchtfragen für Betroffene, Angehörige und Nahestehende, für Fachpersonen und Interessierte:

Prävention im Bereich Tabak und Nikotin

Die Prävention zielt darauf ab, den Einstieg in den Konsum zu verhindern, die Dauer des Konsums zu begrenzen, den Personen zu helfen, die mit dem Rauchen aufhören möchten, und die Bevölkerung zu unterstützen, die dem Tabakrauch ausgesetzt ist.

Es wird eine Senkung der Prävalenz angestrebt, indem auf der strukturellen und der verhaltensbezogenen Ebene entsprechende Massnahmen formuliert werden. Die erste Ebene greift in das Umfeld ein und zielt darauf ab, gesundheitsfördernde Lebensräume zu schaffen, die Attraktivität des Produkts und dessen Zugänglichkeit zu verringern und zur Denormalisierung des Tabaks und dessen Konsum beizutragen. Zu den wirksamen Massnahmen im WHO-Rahmenübereinkommen, das von der Schweiz nicht ratifiziert wurde, gehören die Erhöhung der Tabakpreise, das Verbot jeglicher Form von Werbung, der Schutz gegen passives Rauchen, die Information der Öffentlichkeit, die Schulung von Fachleuten sowie die Unterstützung bei der Raucherentwöhnung. Die zweite Ebene betrifft die Person und zielt darauf ab, die Kompetenzen der Einzelpersonen im Gesundheitsbereich zu stärken. Dabei sollen Personen unterstützt und ermutigt werden, einen verantwortungsvollen Konsum zu pflegen, indem psychosoziale und konsumbezogene Kompetenzen gefördert werden.

Kinder sind überzeugt, dass Rauchen ungesund ist. In der Jugend erhält der Tabakkonsum unterschiedliche Bedeutungen: Einige Jugendliche sagen, dass sie rauchen, um Spass zu haben oder um zu einer Gruppe zu gehören oder auch um selbstbewusster zu sein, Niedergeschlagenheit, Nervosität oder schlechte Laune zu ertragen. Andere wiederum geben an zu rauchen, weil sie es nicht schaffen aufzuhören. Das Einbeziehen von Gleichaltrigen («peers») hat sich in der Übermittlung von Präventionsbotschaften als wirksam erwiesen.

Feel-ok.ch

Ein informatives Internetportal für Jugendliche, Lehrpersonen und Multiplikator:innen.

Publikationen zu Tabak und Nikotin

Sucht Schweiz stellt verschiedene Materialien und Publikationen im Bereich Tabak und Nikotin zum Download zur Verfügung.

Auf der Website von Migesplus.ch werden Broschüren, Ratgeber, Filme und Bildungsunterlagen in 56 Sprachen zur Verfügung gestellt.

Schadensminderung bei Tabak- und Nikotinkonsum

Die Schadensminderung hat zum Ziel, dass die negativen Folgen des Konsums psychoaktiver Substanzen für Betroffene und die Gesellschaft minimiert werden.

Im Hinblick auf eine Risikoverminderung ist die elektrische Zigarette weniger gefährlich als die Zigarette. Die nikotinhaltigen Flüssigkeiten ermöglichen eine Annäherung an den Nikotinflash, aber das Nikotin der elektrischen Zigaretten wirkt weniger schnell. Ihre Wirksamkeit bei der Reduktion des Tabakkonsums wäre mindestens gleich hoch wie die der Pflaster. In der Schweiz ist die elektrische Zigarette das am meisten verwendete Mittel beim Versuch, mit dem Rauchen aufzuhören. Die Erfolgsquote ist allerdings nicht höher als bei anderen Methoden. Personen, die von der Zigarette auf die elektrische Zigarette umsteigen, reduzieren die Risiken für ihre Gesundheit, indem sie schädliche Substanzen meiden, die bei der Verbrennung entstehen. Allerdings sind die Langzeitrisiken bestimmter Substanzen noch nicht bekannt.

Hilfe vor Ort

Angebote der Schadensminderung bei Problemen mit dem Tabak- oder Nikotinkonsum.

Praxis Suchtmedizin

Informationen zu Tabak und Nikotin für Fachpersonen.

Drugs – Just Say Know

Safer-Use-Informationen zu Nikotin für Konsumierende.

Regulierung und Gesetzesvollzug im Bereich Tabak und Nikotin

Tabakerzeugnisse gelten als Lebensmittel und Konsumgüter. Die Tabakverordnung regelt die Herstellung, die zulässigen Bestandteile, die Produktdeklaration, die Warnhinweise und die Werbung.

Das Tabakproduktegesetz tritt voraussichtlich 2024 in Kraft. Es regelt neben Tabakerzeugnissen auch elektronische Zigaretten und pflanzliche Raucherwaren, insbesondere THC-arme Hanfrauchwaren mit CBD. Mit diesem neuen Gesetz wird das Mindestalter für den Verkauf von Tabakerzeugnissen schweizweit auf 18 Jahre angehoben. Tabakwerbung auf Plakaten, in Kinos, auf Sportplätzen, in und an öffentlichen Gebäuden sowie in und an öffentlichen Verkehrsmitteln ist verboten. Tabakwerbung, die sich an Minderjährige richtet, ist verboten. Ebenfalls verboten ist das Sponsoring von Veranstaltungen für Jugendliche oder von Veranstaltungen mit internationalem Charakter. Die Kantone können strengere Bestimmungen beschliessen. Der neue Gesetzestext reicht nicht aus, damit die Schweiz das Rahmenübereinkommen der WHO zur Eindämmung des Tabakgebrauchs ratifizieren kann.

Die im Jahr 2022 vom Volk angenommene Volksinitiative «Ja zum Schutz der Kinder und Jugendlichen vor Tabakwerbung» umfasst weiter gehende Bestimmungen, indem jede Form von Werbung für Tabakprodukte an öffentlichen Orten in der ganzen Schweiz verboten werden soll. Das neue Tabakproduktegesetz muss entsprechend adaptiert werden, die Änderungen werden spätestens 2025 in Kraft treten.

Zahlen zum Tabak- und Nikotinkonsum

Zahlen zum Tabak- und Nikotinkonsum in der Schweiz, zu den Folgen und dem Markt finden sich auf folgenden Seiten.

Monitoring-System Sucht und nichtübertragbare Krankheiten (MonAM)

Website des Bundes mit Kennzahlen zu Sucht und nicht-übertragbare Krankheiten.

Weiterführende Informationen zu Tabak und Nikotin für Fachpersonen

Praxis Suchtmedizin

Medizinische Informationen für Hausärzt:innen sowie weitere Berufsgruppen der medizinischen Grundversorgung.

Informationsplattform für Prävention im Praxisalltag

PEPra ist ein Projekt der FMH und weiterer Trägerorganisationen zur Förderung der Prävention und Früherkennung von nicht übertragbaren Krankheiten, Sucht und psychischer Gesundheit in der ambulanten medizinischen Grundversorgung.

Arbeitsgemeinschaft Tabakprävention Schweiz (AT Schweiz)

AT Schweiz ist das Kompetenzzentrum für Tabakprävention der Schweiz.

Publikationen im Suchtbereich

Sucht Schweiz stellt verschiedene Materialien und Publikationen zum Download zur Verfügung.

News zum Thema Tabak

Medienmitteilung: Umsetzung der Volksinitiative «Kinder ohne Tabak»

Der Bundesrat hat mit dem Vernehmlassungsentwurf zur Revision des Tabakproduktegesetzes eine konsequente Umsetzung der Volksinitiative «Kinder ohne Tabak» vorgelegt. Er stellt damit sicher, dass Kinder und Jugendliche nicht mehr von Tabakwerbung erreicht werden können. Das Parlament setzte aber die Initiative ungenügend um, finden die Verfassenden der Medienmitteilung.

Bundesrat plant Steuer auf nikotinhaltigen E-Zigaretten

Konsument:innen von E-Zigaretten sollen künftig eine Tabaksteuer entrichten müssen. Das sieht die Teilrevision des Tabaksteuergesetzes vor, deren Botschaft der Bundesrat am Mittwoch verabschiedet hat. Die Steuer soll dem geringeren Schädlichkeitspotenzial von E-Zigaretten Rechnung tragen und entsprechend tiefer sein als bei klassischen Tabakzigaretten, wie der Bundesrat mitteilte.

Deutschland Studie: Psychische Gesundheit und Substanzkonsum während 1. Lockdown

Die Forschenden kommen zum Schluss, dass der Alkohol-, Nikotin- und THC-Konsum bei den meisten Konsument:innen während des Lockdowns nicht zugenommen hat. Allerdings gibt es Untergruppen mit erhöhtem Substanzkonsum. Die Forschenden gehen davon aus, dass Personen, die während des Lockdowns unter größeren psychischen Belastungen leiden, anfälliger für einen erhöhten Konsum waren um mit den negativen Emotionen umzugehen.

Nach oben

Infodrog

Schweizerische Koordinations-
und Fachstelle Sucht

Eigerplatz 5
3007 Bern

+41 (0)31 376 04 01