Newsletter | Juli 2026

NEWS
Juli 2026

Reisebestimmungen im Überblick

Welche Alkoholgrenzwerte gelten in Europa im Strassenverkehr? Welche Reisebestimmungen gelten für Personen in einer Opioidagonistentherapie (OAT)? Erfahren Sie mehr über Alkoholgrenzwerte, Medikamente [&] psychoaktive Substanzen im Ausland bei uns im Dossier.

Festivalsaison – gefährliche Substanzen & Drug-Checking

Wissenswertes über gefährliche Substanzen gibt es bei uns auf der Website mit den Substanzwarnungen. Ausserdem finden Sie bei der Website von Infodrog auch aktuelle Drug-Checking-Angebote.

Neue Begriffe im Präventionslexikon

Das Präventionslexikon von Infodrog wächst weiter: Neu finden Sie die Begriffe Blended Counseling, Online-Streetwork und Verhaltenssüchte. Entdecken Sie diese und weitere Grundbegriffe der Prävention und der Suchthilfe in unserem Online-Präventionslexikon.

SuchtMagazin zum Thema Lebensqualität

Was macht ein gutes Leben aus – gerade im Kontext von Sucht? Und was bedeutet das für die Suchthilfe und -prävention? Die Sommer-Ausgabe des SuchtMagazin widmet sich dem Thema Lebensqualität: Beiträge aus Forschung und Praxis zeigen, wie der Blick auf Suchtarbeit erweitert werden kann – und welche Bedeutung Lebensqualität für Prävention, Beratung und Behandlung hat.

SafeZone.ch bietet neu einen anonymen Kokain-Selbsttest an

Möchten Sie ein Feedback zu Ihrem Kokainkonsum erhalten? Oder suchen Sie ein Online-Programm, das Ihnen hilft, Ihren Kokainkonsum zu reduzieren? Auf der Online-Plattform SafeZone.ch finden Sie den Kokain-Selbsttest und weitere Selbsthilfe-Tools zum Kokainkonsum. Der Selbsttest wurde vom Fachverband Sucht in Kooperation mit Infodrog erarbeitet.

POLITIK

Die Alkohol-Lobby im Parlament

Wie präsent ist die Alkoholbranche im Schweizer Parlament? Der Watson-Beitrag zeigt, welche Parlamentarier:innen Verbindungen zur Branche haben und wofür sie sich einsetzen. Im Zentrum steht die aktuelle Diskussion um Regulierungen im Alkoholbereich – etwa bei Werbung, Verkauf oder Prävention. Aktuell geht es unter anderem um geplante Änderungen im Weinmarkt: Der Bundesrat prüft ein neues Importregime, das den Import von ausländischem Wein an den Kauf und die Verarbeitung von Schweizer Trauben knüpfen würde.

JUGENDLICHE

Junge Frauen und Benzos: «Ich war wie in Watte eingepackt»

Sie filmen Rausch, Rückfälle und Entzug: Auf Tiktok machen junge Frauen ihre Medikamentenabhängigkeit sichtbar. Eine Luzernerin erzählt, wie ihr Valium in einer Krise half – und wie sie später davon abhängig wurde.

Zeitschrift Contact zum Thema Jugendliche und Substanzkonsum

Zum Jugendalter gehört ein ausgeprägtes Bedürfnis, Neues auszuprobieren sowie die Bereitschaft, Risiken einzugehen, z. B. beim Konsum psychoaktiver Substanzen. Während dieses Verhalten im Entwicklungsprozess als normal angesehen werden kann, kann es negative Auswirkungen auf die Gesundheit haben und sich zu einem häufigen Konsum entwickeln. Das Gehirn und der Körper von Jugendlichen reagieren besonders sensibel auf psychoaktive Substanzen. Dies und mehr zeigt die aktuelle Ausgabe Contact.

CANNABIS

CanLeg – Pilotversuch Cannabis St. Gallen

Im Kanton St. Gallen wird in den kommenden fünf Jahren eine Studie zum Cannabiskonsum durchgeführt. Im Fokus stehen unter anderem Agglomerationsgemeinden. Wer möchte, kann sich das Gras per Post zuschicken lassen. Das ist eine Schweizer Premiere. Verpflichtend bleibt ein Beratungsgespräch. Rund 5000 Personen können an der St. Galler Cannabisstudie teilnehmen.

Macht die Cannabis-Industrie krank?

Der THC-Gehalt in modernem Cannabis hat sich in den letzten Jahren vervielfacht. Steigt damit auch das Risiko von Sucht und Psychosen unter Nutzer:innen? So einfach ist es nicht, sagen Mediziner:innen.

Cannabis in Deutschland: Legaler Markt wächst – Schwarzmarkt unter Druck?

Die Teillegalisierung von Cannabis in Deutschland zeigt laut der staatlichen EKOCAN‑Begleitforschung zur Cannabislegalisierung erste Effekte: Der legale Cannabismarkt in Deutschland wächst deutlich – etwa durch medizinisches Cannabis und privaten Eigenanbau – und könnte den Schwarzmarkt teilweise verdrängen. Zugleich bleiben die Effekte für Polizei und Justiz ambivalent: Trotz weniger Verfahren entsteht durch neue Regelungen zusätzlicher Aufwand, und der Druck auf organisierte Strukturen könnte teilweise abgenommen haben.

Bericht: Kanada empfiehlt Standard‑THC‑Einheit

Ein Bericht des Canadian Centre on Substance Use and Addiction (CCSA) empfiehlt die Einführung einer standardisierten THC‑Einheit von 2,5 mg. Diese soll helfen, die Stärke von Cannabisprodukten besser vergleichbar zu machen und Konsumrisiken verständlicher zu kommunizieren.

WEITERE SUBSTANZEN

Reportage: Vorbereitung auf mögliche Fentanyl-Ausbreitung in Deutschland

Fachleute warnen vor einer möglichen Ausbreitung hochpotenter synthetischer Opioide wie Fentanyl, begünstigt durch den Rückgang von Heroin. Projekte setzen auf Drug Checking, Frühwarnsysteme und bessere Daten, um Risiken früh zu erkennen. Gleichzeitig wurde der Zugang zu Naloxon bereits erleichtert, etwa für Fachpersonen – eine breitere, rezeptfreie Verfügbarkeit wird weiter diskutiert.

So raucht die Schweiz im weltweiten Vergleich

Wie viele Raucher:innen gibt es eigentlich noch? Wie viele greifen zur E-Zigarette, wie viele zu Snus und wie hoch sind die tabakbedingten Todesfälle in der Schweiz? Der Artikel auf Watson zeigt die aktuelle Situation in der Schweiz und zieht auch Vergleiche zu anderen Ländern.

FORSCHUNG & STATISTIK

Untersuchung Romandie: Sport und Nikotinkonsum – Prävention gefordert

Eine aktuelle Studie von Unisanté zeigt: Sportliche Aktivität schützt nicht vor dem Konsum von Tabak‑ und Nikotinprodukten. Stattdessen beeinflusst sie die Art der konsumierten Produkte – mit einer stärkeren Nutzung von E‑Zigaretten, Snus und Nikotinbeuteln. Die Befragung von rund 1700 Personen in der Romandie macht zudem deutlich, dass der Konsum häufig früh beginnt und bei jungen Erwachsenen am höchsten ist. Sportlich Aktive weisen dabei eine ähnlich hohe Tabakprävalenz wie die Gesamtbevölkerung auf.

Analyse: Kokainkonsum in der Schweiz nimmt zu – besonders gewisse Berufsbranchen

Der Kokainkonsum in der Schweiz nimmt zu – darauf weisen nahezu alle verfügbaren Daten hin. Doch wer konsumiert, und in welchen Kontexten? Eine neue Analyse von Sucht Schweiz im Auftrag der Stiftung Jobema bündelt die wichtigsten Daten und Erkenntnisse zum Kokainkonsum. Sie zeigt zudem, dass bestimmte Berufsbranchen besonders betroffen sein könnten, insbesondere Bereiche mit langen Arbeitszeiten und hohem Männeranteil wie das Baugewerbe oder die Gastronomie.

Studie: Cannabiskonsum erhöht Testosteron bei jungen Männern

Entgegen bisherigen Annahmen senkt Cannabiskonsum den Testosteronspiegel bei jungen Männern nicht. Eine Studie der Universität Genf hat vielmehr einen Anstieg des Hormons festgestellt. Auf die Fruchtbarkeit hat dies keine Auswirkungen.

Psilocybin gegen Depression – Studie liefert neue Ergebnisse

Depression ist in der Schweiz die am häufigsten auftretende psychische Erkrankung. Eine Studie der Psychiatrischen Universitätsklinik (PUK) Zürich weist nun zum ersten Mal unter realen Bedingungen die Wirkung von Psilocybin bei schweren Depressionen nach. Die psychedelische Substanz linderte die Beschwerden bei Personen, die austherapiert waren – also auf keine andere Medikation mehr ansprachen.

Europäischer Drogenbericht 2026: synthetische Opioide verbreiten sich

Auf der Grundlage von Daten aus 29 Ländern (EU-27, Norwegen und die Türkei) beleuchtet der europäische Drogenbericht die Risiken für die öffentliche Gesundheit, die sich aus der breiten Verfügbarkeit und dem Konsum einer immer vielfältigeren Palette von Substanzen ergeben, die oft eine hohe Wirksamkeit oder Reinheit aufweisen. Der Bericht zeigt: Ketamin und synthetische Opioide verbreiten sich zunehmend. Kokain ist aber weiterhin an der Spitze und wie schon in den vergangenen Jahren sind die Schweizer Städte Genf und Zürich in den Top Ten von Europas Kokain-Hotspots.

Studie: wenn Webseiten unwiderstehlich anziehen

Spiele, Shopping, Social Media, Pornografie: Das Internet bietet zahlreiche Verlockungen. Während die meisten Menschen massvoll damit umgehen, entwickeln manche ein Suchtverhalten. Eine multizentrische Studie mit über 1 000 Testpersonen mit und ohne problematisches Nutzungsverhalten zeigt: Zwar werden alle Personen von suchtrelevanten Motiven im Internet angezogen. Bei Menschen mit problematischer Internetnutzung ist dieser automatische und unbewusste Sog jedoch deutlich ausgeprägter.

DIVERS

Sammlung Konsumräume - anlässlich Jubiläum Contact

Vor 40 Jahren entsteht in Bern aus einer akuten Krise heraus ein einzigartiges Angebot: der erste Drogenkonsumraum. Contact Stiftung für Suchthilfe leistet damit Pionierarbeit im Bereich der Schadensminderung – mit Wirkung weit über die Schweiz hinaus. Zu diesem Anlass widmet sich eine Sammlung mit Grundlagen, aktuellen Entwicklungen und Beispiele aus der Schweiz dem Thema Konsumräume.

Studie: Männerbild von jungen Schweizern

Fast jeder dritte junge Mann in der Schweiz vertritt laut einer neuen Studie ausgeprägt dominante Vorstellungen von Männlichkeit. Betroffene zeigen häufiger eine Akzeptanz von Gewalt sowie frauen- und queerfeindliche Einstellungen. Zu diesem Ergebnis kommt die Universität Zürich in einer neuen Studie. Die Forschenden befragten eine repräsentative Stichprobe von mehr als 6000 Personen in der Schweiz zu Geschlechterrollen, Partnerschaft, Sexualität und Gleichstellung.

Fachartikel: Wenn Dinge mehr sind als Dinge

Es ist ein Bild, das sich einprägt: Ein Mensch öffnet die Wohnungstür, und dahinter stapeln sich Papierberge bis zur Decke. Nach Schätzungen von Selbsthilfegruppen leben in Deutschland rund 2,5 Millionen Menschen mit dem, was allgemein als Messie-Syndrom bezeichnet wird – Tendenz steigend. Das Phänomen wird im Versorgungssystem noch immer häufig falsch eingeordnet, mit Sucht oder Zwang gleichgesetzt, als Hygieneproblem oder als Ausdruck von Faulheit und Willensschwäche abgetan.

VERANSTALTUNGEN
Die laufend aktualisierte Agenda mit Veranstaltungen aus dem Suchtbereich finden Sie direkt auf den Seiten von Infodrog.

STELLENANGEBOTE
Beachten Sie auch unsere Stellenangebote, eine Kooperation mit dem Verein sozialinfo.ch

REDAKTION

Deutschschweiz

Dr. Walter Rohrbach