Newsletter | Juni 2026

NEWS
Juni 2026

«CheckstDu?! – Snus» - die neue Social Media-Kampagne zum Thema Snus ist gestartet.

Die Kampagne «Checkst Du?! – Snus» ist gestartet: die ersten Videos sind von Influencer:innen veröffentlicht worden. Weitere Videos folgen in den nächsten Tagen. «CheckstDu?!» ist die Weiterführung der Kampagne «VapeCheck», das Thema der Kampagne ist neu Snus und Pouches. Infodrog koordiniert die Umsetzung.

Einführung in die QuaTheDA-Norm & Internes Audit: melden Sie sich an

Es gibt noch freie Plätze für die Weiterbildungen zur Einführung in das QuaTheDA‑Referenzsystem 2020 und zum internen Audit. Sie werden beide im Herbst 2026 stattfinden und richten sich an Fachpersonen, die im Suchtbereich, der Prävention und der Gesundheitsförderung tätig sind.

Infodrog-Agenda: Tagungen und Konferenzen – laufend aktualisiert

Die Infodrog-Agenda bietet eine laufend aktualisierte Übersicht über Veranstaltungen im Suchtbereich – von Fachtagungen über Weiterbildungen bis zu Konferenzen. Die Agenda ist auch für die französischsprachige Schweiz verfügbar: die Veranstaltungen für die Romandie finden Sie ebenfalls auf infodrog.ch.

Update von alterundsucht.ch: Rubriken zu Verhaltenssüchten – jetzt auch auf FR und IT

Die Plattform alterundsucht.ch richtet sich an ältere Menschen, ihre Angehörigen sowie Fachleute. Die Website bietet nun auch thematische Rubriken zum Thema Verhaltenssüchte bei älteren Menschen – neben Deutsch – auch auf Französisch und Italienisch. Diese Inhalte wurden 2025 vom Fachverband Sucht in Zusammenarbeit mit Expert:innen erarbeitet.

POLITIK

Experten schlagen vor, Kokain im kontrollierten Rahmen zu legalisieren

Angesichts des «Scheiterns» der Drogenprohibition fordern mehrere Organisationen einen Systemwechsel. Die in Lausanne ansässige Westschweizer Arbeitsgruppe für Suchtforschung (Grea) schlägt vor, Kokain zu regulieren und wird in Kürze einen Leitfaden mit mehreren praktischen Ansätzen veröffentlichen.

Cannabisproduktegesetz zurück in die Subkommission

Die Kommission für soziale Sicherheit und Gesundheit hat beschlossen, die Arbeiten an ihrer Vorlage in Umsetzung der pa. Iv. Siegenthaler «Regulierung des Cannabismarktes für einen besseren Jugend- und Konsumentenschutz» (20.473) fortzuführen. Sie stellt fest, dass die Rückmeldungen aus der Vernehmlassung geteilt sind. Unbestritten ist, dass die öffentliche Gesundheit und der Jugendschutz im Zentrum einer neuen Regulierung von Cannabis stehen sollen. Die Kommission hat ihre Subkommission beauftragt, die wesentlichen Kritikpunkte aus der Vernehmlassung zu prüfen und die Vorlage zu überarbeiten. Die Subkommission wird sich im Verlaufe dieses Jahres damit befassen.

Lachgas als Partydroge: Frankreich will Konsum verbieten

In Frankreich häufen sich schwere Verkehrsunfälle, bei denen Lachgas im Spiel sein könnte – teils mit mehreren Todesopfern. Besonders junge Menschen konsumieren Lachgas als Partydroge, oft mit verzögerten, gefährlichen Wirkungen. Studien zeigen: Bereits jede 20. Person unter 35 Jahren hat schon unter Lachgaseinfluss ein Fahrzeug gelenkt. Aus diesem Grund will die französische Regierung den Konsum, das Fahren unter Einfluss und den Transport ohne Grund strafbar machen.

TABAK | NIKOTIN

Interview: Minderjährige steigen über das Vapen ein

Mittlerweile vapen 8 % der Jugendlichen. Jedes Jahr werden es mehr. Sie lassen sich ködern mit süssen und fruchtigen Geschmacksrichtungen. E-Zigaretten sind damit bei Jugendlichen zum wichtigsten Einstiegsprodukt in den Nikotinkonsum geworden. Alexander Möller, Leitender Arzt der Pneumologie am Kinderspital Zürich und Titularprofessor an der Universität Zürich, erklärt im Interview, welche Folgen der Nikotinkonsum für die Jugendlichen hat und welche politischen Konsequenzen er fordert.

WHO warnt: Nikotinbeutel zielen auf Jugendliche

Die WHO warnt vor dem rasanten Wachstum von Nikotinbeuteln: Hersteller zielen gezielt auf Jugendliche mit süssen Aromen und Social-Media-Marketing. Fehlende Regulierung erhöht das Risiko früher Abhängigkeit und gesundheitlicher Schäden. Regierungen sollen dringend strengere Regeln einführen.

Investigativ-Doku: «Enfumés – Ich habe die Vape-Industrie infiltriert»

Manon de Couët, eine junge Journalistin, hat sich bei Philip Morris in Paris als Praktikantin in der Kommunikationsabteilung beworben. Mit einer versteckten Kamera hat sie die Marketingstrategien des Zigarettenherstellers gefilmt. Ihr Dokumentarfilm «Enfumés – J’ai infiltré l’industrie de la vape» enthüllt, wie die Tabakindustrie den wissenschaftlichen Diskurs manipuliert, um den Eindruck zu erwecken, ihre Produkte seien gesundheitlich harmlos, und welche Marketingtechniken sie einsetzt, um junge Menschen anzusprechen.

WEITERE SUBSTANZEN

Saferparty: Auswertungen 2025 online

Die aktuellen Auswertungen von Saferparty für das Jahr 2025 sind online verfügbar. Sie umfassen Analysen zu verschiedenen psychoaktiven Substanzen, darunter u. a. MDMA (Ecstasy), Amphetamin, Anabolika, Cannabis, Kokain und LSD. Die Daten aus den Drug-Checking-Angeboten geben Einblick in Wirkstoffgehalte, Streckmittel und Veränderungen im Substanzmarkt und unterstützen die Einschätzung gesundheitlicher Risiken im Nachtleben.

Rückblick AFRAVIH-Konferenz: unter anderem zu Chemsex

Die 13. internationale frankophone AFRAVIH-Konferenz (Alliance francophone des acteurs de santé contre le VIH et les infections virales chroniques) fand vom 4. bis 7. Mai 2026 in Lausanne statt. In mehreren Vorträgen wurde Chemsex adressiert, dabei kristallisierte sich eine gemeinsame Botschaft heraus: Ansätze, die sich ausschliesslich auf die Gefahren oder auf die moralische Verurteilung der Praktiken konzentrieren, stossen an ihre Grenzen. Um den Konsum zu verstehen, Komplikationen vorzubeugen und wirksame Massnahmen zu entwickeln, muss man von den Menschen selbst ausgehen: von ihren Beweggründen, ihren Lebenswegen, ihren tatsächlichen Bedürfnissen und ihren Erwartungen.

FORSCHUNG & STATISTIK

Studie: Cannabiskonsum erhöht Testosteron bei jungen Männern

Entgegen bisherigen Annahmen senkt Cannabiskonsum den Testosteronspiegel bei jungen Männern nicht. Eine Studie der Universität Genf hat vielmehr einen Anstieg des Hormons festgestellt. Auf die Fruchtbarkeit hat dies keine Auswirkungen.

Kennzahlen Schweiz 2024: Psychische Gesundheit

Die Kennzahlen beschreiben den psychischen Gesundheitszustand der Schweizer Bevölkerung, die Inanspruchnahme psychiatrisch-psychotherapeutischer Leistungen im ambulanten und stationären Bereich sowie die damit verbundenen Kosten. Im Weiteren werden schweizweite Zahlen zu Suizid und zu Hospitalisierungen aufgrund mutmasslicher Suizidversuche gezeigt. Die Ergebnisse zeigen, dass im Jahr 2024 Mädchen und junge Frauen weiterhin stark von psychischen Problemen betroffen sind. Gleichzeitig ist auch die Situation von Jungen und jungen Männern zu beobachten, da bei ihnen die ambulanten Behandlungsleistungen 2024 stärker zugenommen haben.

Studie: Rauchverhalten unterscheidet sich je nach Migrationshintergrund

Eine aktuelle Analyse der Schweizerischen Gesundheitsbefragung von 2022 zeigt, dass Personen mit Migrationshintergrund in der Schweiz häufiger rauchen als Personen ohne Migrationshintergrund. Die deutlichsten Unterschiede im Rauchverhalten nach Migrationshintergrund zeigen sich bei den 15–24‑ und 25–34‑Jährigen. Insbesondere Personen der 2. oder höheren Migrant:innengeneration in diesen Altersgruppen haben deutlich erhöhte Rauchwahrscheinlichkeiten gegenüber Gleichaltrigen ohne Migrationshintergrund.

Studie: Kultursensible Gruppenangebote unterstützen Rauchstopp bei Migrant:innen

Eine neue Schweizer Studie untersucht die Wirksamkeit eines gemeinschaftsbasierten und sprachsensiblen Rauchstopp‑Gruppenangebots für sozial benachteiligte Menschen mit Migrationshintergrund in der Schweiz. In der Untersuchung zeigten sich nach der Intervention signifikante Verbesserungen im Rauchverhalten sowie positive Veränderungen bei ausgewählten psychosozialen Faktoren, insbesondere in Bezug auf soziale Unterstützung und handlungsbezogene Kompetenzen.

VERHALTENSSÜCHTE

Jugendschutz bei Sportwetten: Bericht unter Verschluss

Die interkantonale Geldspielaufsicht Gespa hat Testkäufe mit Minderjährigen im Sportwettenmarkt durchgeführt. Ziel dieser Testkäufe war es, die Umsetzung der gesetzlichen Jugendschutzbestimmungen in den Verkaufsstellen zu überprüfen. Die Ergebnisse liegen zwar vor, können derzeit jedoch nicht veröffentlicht werden. Wie die Gespa auf ihrer Webseite informiert, haben Swissloss und die Loterie Romande «im Rahmen ihrer Stellungnahme hinsichtlich der von der Gespa geplanten Veröffentlichung der Ergebnisse Antrag auf Erlass einer anfechtbaren Verfügung gestellt». Bis zum Abschluss des Verfahrens bleibt der Bericht deshalb unter Verschluss.

Tabu Pornografie – wann wird die heimliche Lust zum Problem?

Pornografie im Web – Gefragter als die Informationen der SBB. Die drei grössten Pornoseiten verzeichnen in der Schweiz monatlich über 20 Millionen Klicks. Für vier Prozent der Männer und ein Prozent der Frauen ist die freie Verfügbarkeit pornografischer Inhalte ein echtes Problem: Sie leiden unter einer Pornografie-Nutzungsstörung (PNS), im Volksmund «Pornosucht» genannt. Die SRF-Sendung «Puls» fragt, was das mit den Personen und ihrer Sexualität macht. Wo liegen Risiken? Wann wird die Lust zur Sucht? Und könnte ein entspannterer Umgang mit dem Thema sogar eine Chance sein?

Hilfe bei Geldspielsucht – neue Kampagne «Game-Changer»

Spielsucht hat gravierende Folgen. Besonders viele junge Männer sind gefährdet, dies umso mehr angesichts der bevorstehenden Eishockey- und Fussballweltmeisterschaften, die zum Wetten animieren. Doch bei Problemen wenden sich noch zu wenige Betroffene an die Beratungsstellen in den Regionen. Deshalb lancieren die Kantone die neue Kampagne «Game-Changer». Denn viele Geldspielende kennen die Hilfsangebote und auch die Risiken nicht, wie eine neue Studie von Sucht Schweiz zeigt.

DIVERS

Sucht und Justizvollzug: Zusammenhänge, Geschichten, Erfolgsfaktoren

Sucht, strafrechtliche Sanktionen und Justizvollzug sind eng miteinander verbunden. Das Themendossier «Sucht und Justizvollzug» des Schweizerischen Kompetenzzentrums für Justizvollzug (SKJV) beleuchtet diese Zusammenhänge mit Videobeiträgen von Betroffenen und Fachpersonen innerhalb und ausserhalb der Gefängnismauern. Sie zeigen, was Strafverfolgung und Inhaftierung bedeuten – und was es braucht, damit suchtbetroffene Menschen im strafrechtlichen Kontext wirksam unterstützt werden können.

VERANSTALTUNGEN
Die laufend aktualisierte Agenda mit Veranstaltungen aus dem Suchtbereich finden Sie direkt auf den Seiten von Infodrog.

STELLENANGEBOTE
Beachten Sie auch unsere Stellenangebote, eine Kooperation mit dem Verein sozialinfo.ch

REDAKTION

Deutschschweiz

Dr. Walter Rohrbach