Newsletter | März 2026

NEWS
März2026

Einführung in die QuaTheDA-Norm: Start der Anmeldungen für die QuaTheDA-Weiterbildung

Die Anmeldungen für die Weiterbildungen zur Einführung in das QuaTheDA‑Referenzsystem 2020 und zum internen Audit sind eröffnet. Sie werden beide im Herbst 2026 stattfinden und richten sich an Fachpersonen, die im Suchtbereich, der Prävention und der Gesundheitsförderung tätig sind.

QuaTheTeam – Erfassung der Mitarbeitendenzufriedenheit 2026: Melden Sie sich an

QuaTheTeam ist ein Online-Tool, das Leitungen von Organisationen der Suchthilfe, Prävention und Gesundheitsförderung ermöglicht, die Mitarbeiter:innenzufriedenheit zu evaluieren. Dadurch können Führungskräfte gezielt auf Anliegen und Problembereiche reagieren, die von den Mitarbeitenden im Rahmen der Umfrage benannt wurden.  Anmeldungen sind noch bis zum 15. März möglich.

POLITIK

Bundesrat genehmigt Bericht

An seiner Sitzung vom 25. Februar 2026 hat der Bundesrat den Bericht «Programme und Massnahmen der Prävention in der Gesundheitsversorgung: Rollenklärung» in Erfüllung zweier Postulate genehmigt. Dieser Bericht zeigt auf, dass der bestehende Rechtsrahmen den Akteuren genügend Handlungsspielraum gibt, um die Prävention in der Gesundheitsversorgung zu stärken.

Gegenwind für das Cannabisproduktegesetz in der Schweiz – Kantone sind skeptisch

Das eidgenössische Parlament will Cannabis in der Schweiz entkriminalisieren. Doch bereits die Vernehmlassung zeigt: Die Reaktionen auf die Legalisierungspläne des Parlaments fallen gemischt aus. Dabei stehen vor allem die Kantone der vorgeschlagenen Lösung skeptisch gegenüber. Eine Vielzahl der vorgeschlagenen Änderungen stösst auf Widerstand. Auch zeichnen sich bereits Streitigkeiten ab, wohin die Gelder gehen sollen. Ebenso die THC-Grenzwerte geben Anlass zu Diskussionen, und ganz generell wird der Zeitpunkt angezweifelt.

Gemeinderat von Lausanne: Postulat zu Kokain-Pilotprojekt

Der Gemeinderat von Lausanne hat entschieden: Die Stadtverwaltung muss die Idee eines kontrollierten Verkaufs von Kokain prüfen. Das Postulat der Linken zielt sowohl auf die Verringerung der Gesundheitsrisiken als auch auf die Bekämpfung des Drogenhandels ab.

ALKOHOL

Alkohol und Gesundheit: Die EKSN publiziert aktualisierte wissenschaftliche Grundlagen

Die Eidgenössische Kommission für Fragen zu Sucht und Prävention nichtübertragbarer Krankheiten (EKSN) publiziert zwei Dokumente, welche diese aktuellen Evidenzen zum Alkoholkonsum systematisch aufarbeiten und für Fachwelt, Verwaltung und Öffentlichkeit zugänglich machen. Der Bericht «Alkohol und Gesundheit: Stand der wissenschaftlichen Kenntnisse» fasst zentrale Ergebnisse grosser epidemiologischer Studien zusammen. Er bestätigt, dass Alkohol als toxische, psychoaktive und abhängigkeitserzeugende Substanz mit einer Vielzahl von Erkrankungen in Zusammenhang steht. Das begleitende Dokument «Alkoholkonsum: Weniger ist besser» übersetzt den Forschungsstand in eine Orientierung zum individuellen Umgang mit Alkohol.

Neue Allianz zur Unterstützung der Alkohol-Lobby

Einige Politiker:innen sowie Vertreter der Gastronomiebranche wehren sich gegen eine aus ihrer Sicht ungerechtfertigte Stigmatisierung von Alkohol durch die Weltgesundheitsorganisation WHO. Diese schätzt jeden Tropfen Alkohol als mögliches Gesundheitsrisiko ein. Keine Menge Wein oder Schnaps sei unbedenklich. Diese Einschätzung hält die neu gegründete Allianz «Gaudium Suisse» für wissenschaftlich nicht haltbar.

Rückgang bei jugendlichem Alkoholkonsum sei eine „trügerische Vorstellung“

Jährlich werden weniger Jugendliche mit Alkoholvergiftung stationär behandelt – so die Zahlen. Doch die Erfahrung in den Notaufnahmen, sei eine andere, warnt ein Klinikdirektor. Die unterschiedliche Einschätzung habe systemische Ursachen.

TABAK | NIKOTIN

Neu ab 2026: der Newsletter von stopsmoking

stopsmoking ist die nationale Plattform zur Unterstützung des Tabak- und Nikotinausstiegs. Unser Newsletter liefert Fachleuten mehrmals pro Jahr frische Impulse zum Rauch- und Nikotinstopp. Kurz, klar und fundiert: Für alle, die in Beratung, Prävention, Bildung oder Gesundheit nah am Thema bleiben wollen. Und für alle, die mehr über unser Beratungsangebot stopsmoking, Tools und weitere Hilfen zum Ausstieg erfahren möchten.

Rauchstopp in der Psychiatrie: Neues Modellprojekt im Kanton Aargau

Das Schweizer Institut für Sucht- und Gesundheitsforschung (ISGF) [UZH-assoziiert] und die Psychiatrischen Dienste Aargau AG (PDAG) lancieren zusammen ein einzigartiges partizipatives sowie evidenzbasiertes Programm zur systematischen Tabakentwöhnung in der psychiatrischen Versorgung der Schweiz. Das dreijährige sukzessiv umgesetzte Modellprojekt schult Fachpersonal, verändert Klinikkultur und begleitet Patient:innen individuell sowie unterstützt die Mitarbeitenden beim Rauchstopp.

Tabakindustrie und Schweizer Universitäten: ein besorgniserregender Einfluss

Die Recherche von SRF Investigativ und ein Bericht der Schweizer Initiative Transparency and Truth der Organisation OxySuisse zeigt auf, wie die Tabakindustrie enge Beziehungen zu einer Mehrheit der Schweizer Hochschulen unterhält, mit dem Ziel, gegenüber politischen Entscheidungsträger:innen und der Öffentlichkeit zu beeinflussen.  Diese Zusammenarbeit sei intransparent und oft zum kommerziellen Nutzen der Industrie. Organisationen wie Oxysuisse fordern deshalb schweizweit einheitliche Regeln für die Zusammenarbeit zwischen Hochschulen und Tabakindustrie.

CRACK | KOKAIN

Crack: drei Faktenblätter und Analyse der EKSN

Die hohe Verfügbarkeit von Crack hat in verschiedenen Schweizer Städten zunehmend Konsequenzen für die Gesundheit und soziale Situation von Konsumierenden sowie das Sicherheitsgefühl im öffentlichen Raum. Die Kommission für Fragen zu Sucht und Prävention nichtübertragbarer Krankheiten (EKSN) hat aus diesem Grund eine Analyse der gesetzlichen Grundlagen für den Umgang mit Kokain in der Forschung sowie in therapeutischen und schadensmindernden Settings in Auftrag gegeben.  Aus diesem Auftrag entstanden drei Faktenblätter, die die rechtliche Lage zur Kokainabgabe in unterschiedlichen Kontexten beleuchten.

Neuer Kokain-Selbsttest auf SafeZone.ch

Die Online-Plattform SafeZone.ch bietet anonyme Online-Beratung, Informationen, Fragen und Antworten sowie Selbsttests. Seit Kurzem ist auch ein Selbsttest zu Kokain verfügbar. Der Selbsttest wurde vom Fachverband Sucht in Kooperation mit Infodrog erarbeitet.

Dokumentation: 100 Jahre Kokain

«Kokain ist ein Lifestyle - Jeder macht das!» Mit diesen Sätzen beginnt ein Abend, durch den der Film eine junge Partygruppe begleitet und ihren Kokainkonsum aus nächster Nähe zeigt. Die Reportage erzählt 100 Jahre Kokain in Deutschland: von den Exzessen der Weimarer Republik über die Rock-’n’-Roll-Jahre mit Musikern aus Udo Lindenbergs Band bis zur heutigen Koksschwemme. Mit ungewöhnlich nahen Einblicken trifft der Film unter anderem Konsumenten, einen ehemaligen Koks-Taxi-Fahrer und einen Ex-Abhängigen und fragt, wie Kokain zur Volksdroge werden konnte.

Frankfurter Crack-Zentrum soll 2027 eröffnen

Ein neues Suchthilfezentrum für Crack-Abhängige soll die offene Drogenszene im Frankfurter Bahnhofsviertel entschärfen. Um die Menschen von der Strasse zu bekommen und ihnen zu helfen, ist ein neues Suchthilfezentrum am Rande des Bahnhofsviertels speziell für Menschen mit einer Crackabhängigkeit geplant. Die Pläne liegen nun vor. Noch vor der Kommunalwahl sollen die Stadtverordneten über das umstrittene Projekt abstimmen.

ARBEITSHILFEN & WISSEN

Substanzkonsum und Häusliche Gewalt: Leitfaden für Gewalt- und Opferberatungsstellen

Das Blaue Kreuz Schweiz hat einen Leitfaden zur Dualproblematik Alkohol/Substanzkonsum und Häusliche Gewalt publiziert. Der Leitfaden richtet sich an Fachpersonen, die mit gewaltbetroffenen oder gewaltausübenden Personen arbeiten. Ziel ist es, ihnen im Umgang mit der Dualproblematik, insbesondere im Bereich «suchtspezifisches Wissen», Sicherheit und Kompetenz in der Gesprächsführung und in der Vorgehensweise zu vermitteln.

Plattform Sucht und Arbeitswelt

Wie kann ich angemessen reagieren, wenn ich bei einer Mitarbeiterin oder einem Mitarbeiter, bei einer Kollegin oder einem Kollegen einen belastenden Umgang mit Suchtmitteln beobachte? Sucht Schweiz hat die Webseite www.sucht-und-arbeitswelt.ch veröffentlicht, welche in solchen Situationen weiterhilft. Die Seite informiert generell über das Thema Sucht und Arbeit, gibt aber auch Anregungen zur Prävention und zum Handeln in konkreten Situationen.

FORSCHUNG & STATISTIK

Schweizer Studie zu Hepatitis C

Eine kürzlich in Swiss Medical Weekly veröffentlichte Studie liefert überzeugende Argumente für eine Ausweitung der HCV-Untersuchungen auf Menschen, die Substanzen konsumieren und injizieren. Der deutlichste Rückgang der HCV-Fälle wurde bei Substanzkonsument:innen mit risikoreichem Verhalten (die Spritzbesteck gemeinsam benutzen) beobachtet, bei denen vierteljährliche Screenings (viermal pro Jahr) innerhalb von zwei Jahren zu einem Rückgang der Inzidenz um 76 % führten.

REITOX-Jahresbericht 2025 zur Situation illegaler Drogen in Deutschland

Der jährliche Bericht der Deutschen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (DBDD) zur Situation illegaler Drogen in Deutschland wurde veröffentlicht. Dem neuen Bericht zufolge bleibt die Prävalenz des Konsums illegaler Substanzen in der erwachsenen Bevölkerung stabil. Sie lag im Jahr 2024 bei 3,7 %, ähnlich wie 2021. Auch der Konsum von Cannabis zeigt keine signifikanten Veränderungen.

JUGENDLICHE

Warum Gehirne von Jugendlichen so anfällig sind

Wissenschaftliche Studien belegen: Jugendlichen fällt es besonders schwer, sich dem Flimmern zu entziehen. Besonders belastet sind jugendliche Gehirne vom bunten Bilderfeuerwerk, das insbesondere Kurzvideos in schneller Folge hintereinander abfeuern. Auf Plattformen wie TikTok, Instagram oder YouTube gibt es Clips, die oft nur ein paar Sekunden lang sind. Erwachsene können die Apps meist wieder verlassen, weil ihr Gehirn nicht mehr so stark impulsgesteuert ist. Jugendlichen aber fällt es schwer zu widerstehen.

Plattform zum Umgang mit Bildschirmen

Die Plattform für Eltern und Fachpersonen, die Kinder und Jugendliche zu einem ausgewogenen und bewussten Umgang mit Bildschirmen begleiten möchten. Auf der Plattform gibt es praktische Tipps, verlässliche Informationen und konkrete Hilfsmittel und Präventionsmaterialien für mehr digitale Harmonie im Alltag.

DIVERS

Prozessauftakt gegen Meta und Google wegen gezielter Förderung von Abhängigkeit

In den Vereinigten Staaten hat ein Prozess wegen des Vorwurfs der Förderung von Social-Media-Sucht begonnen. Angeklagt sind zwei marktbeherrschende US-Techkonzerne. Die Anwälte der gegnerischen Seiten hielten ihre Eröffnungsplädoyers vor einer Geschworenenjury in Los Angeles. Der Anwalt der Klägerseite, Mark Lanier, warf Meta und YouTube beim Prozessauftakt vor, sie hätten bei minderjährigen Usern «Sucht erzeugt».

VERANSTALTUNGEN
Die laufend aktualisierte Agenda mit Veranstaltungen aus dem Suchtbereich finden Sie direkt auf den Seiten von Infodrog.

STELLENANGEBOTE
Beachten Sie auch unsere Stellenangebote, eine Kooperation mit dem Verein sozialinfo.ch

REDAKTION

Deutschschweiz

Dr. Walter Rohrbach