Unterstützte Impulsprojekte 2014

  • Infodrog, 2014. Der European Harm Reduction-Kongress hat in erster Linie die fachliche Weiterentwicklung der Säule Schadenminderung in der Schweiz und in Europa gefördert und die Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Akteuren verstärkt. Mit der Durchführung dieses Kongresses in der Schweiz erhielt die innovative Suchtpolitik der Schweiz zudem Gelegenheit, ihre rund 20-jährige Erfahrung einem breiten internationalen Publikum prominent vorzustellen. Der Kongress bot eine ideale Plattform zum Dialog. Dabei haben 700 Fachleute aus den verschiedenen Städten internationale «Best-Practice-Modelle» kennengelernt und Ideen und Anregungen für ihre Arbeit erhalten.

    Website des Kongresses

  • Radio FM-R, VD, 2014. An der waadtländischen Sensibilisierungs- und Informationswoche zu Hepatitis C (September 2013) wurde das Radio FM-R von Drogenkonsumierenden für Drogenkonsumierende gegründet. Dieser erste Versuch wurde sehr positiv aufgenommen und konnte dank des Impulsfonds an der Zweiten Europäischen Harm-Reduction-Konferenz wiederholt werden (7.-9. Mai 2014 in Basel).
    Ein Internetradio ist als neuartiges Präventionsinstrument zu werten und ist ein ergänzendes Element zu den bereits bestehenden (Abgabe von sterilem Injektionsmaterial, Broschüren, …). Die Sachkenntnis der Drogenkonsumierenden wird so anerkannt und zum Ausdruck gebracht. Ihre Arbeit beim Radio FM-R kann eine beratende (Strassenumfragen, Interviews, …) oder eine ausführende Funktion (Moderation, Interviewführung, Technik, …) haben. Die soziale Repräsentation der Drogenkonsumierenden ändert sich: der/die passive PatientIn wird zum/zur handelden BürgerIn.

    Website von Radio FM-R
    Facebook-Seite von Radio FM-R
    Radio FM-R an der HRI2014

  • GREA, CH, 2014: Argumentarium zur Schadensminderung. Es handelt sich um den Neudruck von 10‘000 Exemplaren der Erfolgsbroschüre zum Thema Schadensminderung. Die erste Auflage von 10‘000 Exemplaren aus dem Jahr 2009 wurde an die verschiedenen Einrichtungen im Bereich Schadensminderung verteilt und ist somit ganz aufgebraucht. Dank dem Neudruck kann die Broschüre weiterhin überall in der Romandie verteilt werden. Sie ist ein gutes Informationsmittel zu einem komplexen Thema, dessen Sinn und Zweck sich dem breiten Publikum nicht immer einfach erschliesst.

    Broschüre „La réduction des risques“ (auf Französisch)
  • Fondation genevoise pour l’animation socioculturelle (FASe), GE, 2014: Die Präventionskampagne „Lâche pas ton pote“ (Lass deinen Kumpel nicht im Stich) bietet Raum, um über den Alkoholkonsum und die Rücksichtnahme im öffentlichen Raum einerseits und über den Cannabiskonsum andererseits zu sprechen. Über die gesamte Zeit von zwanzig Wochen fanden zwei Interventionen à 3-4 Stunden pro Woche statt. Dabei war das wichtigste Ziel, die Jugendlichen im Programm „Lâche pas ton pote“ zu sensibilisieren und so eine präventive Wirkung auf ihre Gruppe zu erzielen. Die Jugendlichen sollen befähigt werden, mit zivilgesellschaftlichem Engagement handeln zu können und sich der Gefahren des Alkohol- und Cannabiskonsums bewusst zu sein. Ferner hatte die Stärkung der Jugendlichen auch positive Auswirkungen auf die Erwachsenen in ihrem Umfeld.
  • Fondation Phénix, GE, 2014-2015: MDFT Ecole. Das Projekt „MDFT Ecole“ umfasst den Transfer von Elementen und Prinzipien der Multidimensionalen Familientherapie MDFT auf den schulischen Alltag mit dem Ziel, die Praxis Früherkennung und Frühintervention von gefährdeten Jugendlichen zu verbessern und insbesondere die Schnittstelle zwischen Schule und weiterführender Hilfe zu stärken. Hierzu werden spezialisierten Teams zur Früherkennung und Frühintervention innerhalb von vier Schulgeländen aufgebaut und von MDFT-ExpertInnen der Fondation Phénix trainiert und begleitet. Die Kernelemente der MDFT sind ein multisystemisches Ressourcen- und Problemverständnis sowie die Motivierung und Bildung von Allianzen als Schlüssel für erfolgreiche Veränderungen.
  • Fachverband Sucht, CH, 2014-2015: Kooperation und Koordination in der Versorgung suchtgefährdeter und suchtkranker Menschen. Sucht ist eine komplexe Krankheit, die nicht nur das betroffene Individuum physisch und psychisch betrifft, sondern auch dessen gesamtes Umfeld beeinflusst. Eine optimale Behandlung baut deshalb auf eine enge Kooperation und Koordination unter den AkteurInnen der Suchthilfe einerseits und zwischen Suchthilfe und angrenzenden Bereichen bzw. Regelversorgung anderseits.
    In dem Projekt des Fachverbandes Sucht wurden ausgehend von einer Fachtagung im November 2014 der Handlungsbedarf analysiert und zehn Handlungsfelder bestimmt. Für diese wurden anschliessend mit einer interdisziplinär zusammengesetzten Projektbegleitgruppe Massnahmen zur Verbesserung der Koordination und Kooperation definiert. Resultate des Projekts sollen in die neue  hat einen engen Bezug zur Strategie Sucht des BAG.

    Schlussbericht
    Tabelle mit weiterführenden Massnahmen

  • Suchthilfe Region Basel, BS, 2014-2015: Start?Klar! Programm zur Früherkennung und Frühintervention von Jugendliche mit potentiellem Risikokonsum (Schwerpunkte Alkohol, Cannabis und Online-Konsum). Das Programm wird in verschiedenen Settings umgesetzt, in denen Jugendliche mit Risikokonsum erreicht werden können. Hierzu gehören Schulen der Sekundar- und Gymnasialstufe, Jugend-Wohngruppen, Einrichtungen der Arbeitsintegration und Lehrbetriebe. Das Programm umfasst modulare Schulinterventionen in Form von Kurseinheiten, in denen sich die Jugendlichen mit den Themen Alkohol, Cannabis und Onlinekonsum auseinander setzen. Schlüsselpersonen wie die zuständigen Fachpersonen (Lehr- und Betreuungspersonen) werden sensibilisiert und aktiv in die Angebotsgestaltung einbezogen.