Alle News im Überblick
Hohe Verfügbarkeit von Alkohol führt vor allem bei Armen zu höherem Konsum
Menschen mit niedrigen Einkommens konsumieren mit höherer Wahrscheinlichkeit viel Alkohol, wenn dessen Verfügbarkeit hoch ist. Demgegenüber wird der Alkohol-Konsum bei den hohen Einkommensgruppen von der Zahl der Verkaufsstellen in ihrer Nachbarschaft weit weniger beeinflusst. Die Ergebnisse des Forscherteams der Universität Edinburgh und Glasgow legen nahe, dass Massnahmen zur Reduzierung des Alkoholkonsums, die allein auf das Konsumentenverhalten abzielen, weniger aussichtsreich sind. Die Forscher argumentieren, dass ein radikaler Politikwechsel nötig wäre, um gegen die gesundheitliche Ungleichheit bei den alkoholbedingten Schäden vorzugehen. Die Veränderungen sollten die Reduzierung der Verfügbarkeit von Alkohol beinhalten. Beitrag auf BBC, Artikel auf nacoa.de. In Schottland werden auf den 1. Mai Mindestpreise auf Alkoholika eingeführt, Artikel auf BBC.
Tabak und Nikotin: Neue Fakten geben Orientierung
Der Nikotinmarkt verändert sich schnell: Neben der klassischen Zigarette werden vermehrt auch die Wasserpfeife, Snus und seit wenigen Jahren E-Zigaretten sowie Tabakprodukte zum Erhitzen konsumiert. Doch sind diese Produkte auch wirklich risikoärmer? Sucht Schweiz bringt nun Klarheit: In einem Factsheet-Dossier sind die neusten Forschungsergebnisse zu Inhalten, Verwendung und Gesundheitsfragen pro Produktekategorie übersichtlich dargestellt. Für Menschen, denen der Rauchstopp nicht gelingen will, kann der Umstieg auf alternative Produkte sinnvoll sein, aber die Verbreitung weiterer Produkte führt nicht automatisch zu einer Verbesserung der öffentlichen Gesundheit.
Deutschland: Schlupflöcher der illegalen Online-Casinos
Online-Casinos nutzen das deutsche Regelungs-Chaos für illegale Angebote. Nun schlagen Suchtforscher und Juristen Alarm. Artikel auf swp.de
Volksinitiative: Werbeverbot soll Kinder und Jugendliche vor Tabak schützen
Die Initiative "Ja zum Schutz der Kinder und Jugendlichen vor Tabakwerbung" will ein Werbeverbot in der Verfassung verankern: Untersagt werden soll jede Art von Werbung für Tabakprodukte, die Kinder und Jugendliche erreicht. Zudem soll der bestehende Artikel zur Kinder- und Jugendförderung um den Gesundheitsschutz ergänzt werden. Artikel der Basellandschaftlichen Zeitung, Video-Beitrag auf tagesanzeiger.ch, Kommentar auf tagesanzeiger.ch. www.kinderohnetabak.ch
Viele Unfälle wegen Medikamenteneinfluss
Laut einer Umfrage des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KfV) unterschätzen viele Kfz-Lenker die Gefahren, die durch Einnahme von Medikamenten im Strassenverkehr entstehen, obwohl laut Expertenschätzungen bis zu 30 Prozent der zugelassenen Medikamente Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit haben. Laut KfV könnten demnach zwischen 8 und 25 Prozent aller Verkehrsunfälle direkt oder indirekt auf Medikamenteneinnahme zurückzuführen sein, in absoluten Zahlen wären das zwischen 3000 und 9000 Unfälle. Beitrag auf praevention.at.
US-Behörde will Nikotingehalt von Tabak drastisch senken
In den USA sollen Zigaretten künftig bis zu 80 Prozent weniger Nikotin enthalten und so weniger süchtig machen. Krebsforscher sprechen von einem revolutionären Schritt - geben aber zugleich eine Warnung aus. Studien zeigen, dass Menschen weniger rauchen und eher versuchen aufzuhören, wenn sie zu Zigaretten wechseln, die sehr wenig Nikotin enthalten. Demnach könnte eine Reduzierung des Nikotingehalts um 80 Prozent dafür sorgen, dass fünf Millionen Menschen in den USA innerhalb eines Jahres das Rauchen aufgeben. Artikel auf Spiegel Online.
Veranstaltungen
Anspruchsvolle Situationen in der Suchtarbeit – Ethik als Reflexionsmethode für Fachpersonen
Veranstalter: Fachverband Sucht
Tagung «Substanzkonsum bei Jugendlichen: News aus Forschung und Praxis»
Die Tagung bietet ein Update aus Praxis und Forschung zu aktuellen Konsumphänomenen und Substanztrends bei Jugendlichen sowie zur Versorgungssituation.
Veranstalter: Infodrog
4. Luzerner Suchtforum: Sucht im Alter: Gesundheitliche, soziale und strukturelle Herausforderungen
Veranstalter: Dienststelle Gesundheit und Sport des Gesundheits- und Sozialdepartements des Kantons Luzern & Partnerorganisationen