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Lübecker Memorandum über die Zukunft der Suchtkrankenversorgung in in der Kritik
Das "Memorandum" (pdf, 10S.) der Deutschen Gesellschaft für Suchtforschung und Suchttherapie (DG Sucht) zielt laut DG-SAS ganz offen auf einen vollständigen Umbau der Suchthilfe und Suchtprävention. Diese Umgestaltung würde das Ende von gleichberechtigten Angeboten der Sozialen Arbeit in der Suchthilfe in Deutschland bedeuten. Die Fragwürdigkeit des Papiers spiegelt sich in der fachlich einseitig von Medizin und Psychologie dominierten Zusammensetzung des Gremiums. Positionspapier (pdf, 7S.) der Deutschen Gesellchaft für Soziale Arbeit in der Suchthilfe DG-SAS. In einer ergänzenden Anmerkung (pdf, 2S.) zum Memorandum begrüsst die DG-SAS die Initiative der DG Sucht zu einer erneuten Diskussion über eine Entstigmatisierung der Suchterkrankungen und der so betroffenen Menschen.
Stigmatisierung und Selbststigmatisierung im Kontext von Suchterkrankungen
In allen Nationen, Kulturen, Religionen sowie in allen sozialen Schichten und Hierarchieebenen finden sich Suchtkrankheiten. Störungen des Substanzmissbrauchs stellen mit einer Prävalenz von 16,6 Prozent der erwachsenen Gesamtbevölkerung die grösste Gruppe psychischer Störungen dar. Trotz der hohen Anzahl werden Suchtkranke häufig ausgegrenzt, diskriminiert und stigmatisiert. Der Stigmatisierungsprozess ist ein komplexes Phänomen von Wechselwirkungen zwischen den Betroffenen und der Gesellschaft. Dabei nehmen meist historisch entstandene und nicht hinterfragte Vorstellungen von Normalität und Normabweichung eine entscheidende Rolle ein. Artikel auf Konturen.
Anwendung von Wirkfaktoren in der Onlineberatung SafeZone.ch
Wie verlaufen Mailberatungen, welche Suchtthemen kommen zur Sprache? Wie gestalten die Fachpersonen eine Onlineberatung, damit Suchtproblematiken angegangen werden können? Welche Wirkfaktoren werden angewandt? Diesen Fragen geht eine Studie im Auftrag des Bundesamts für Gesundheit BAG nach. socialdesign untersuchte hierzu den Verlauf und den Inhalt von über 1000 Mailberatungen, die im Zeitraum 2014 bis 2017 auf der Beratungsplattform SafeZone.ch durchgeführt wurden. Studie (pdf, 93S.) und Zusammenfassung (pdf, 5S.) stehen zum Download bereit.
Wer Cannabis liberalisiert, schützt die Jugend
Seit einem Jahr darf jeder Arzt in Deutschland legal Cannabis verschreiben. In Kalifornien sind seit Beginn dieses Jahres Cannabisprodukte auch legal erhältlich, und ab Juli wird Cannabis in ganz Kanada legal erhältlich sein. Damit wird erstmals in einem OECD- und G7-Staat nicht nur der Konsum, sondern auch der Anbau von Cannabis legalisiert. Weltweit zeichnet sich ab, dass immer mehr Staaten auf der Welt diesem Trend folgen. Beitrag auf Zeit Online.
Das neue Geldspielgesetz kommt am 10. Juni zur Abstimmung
Im März 2012 hat das Stimmvolk mit grosser Mehrheit dem Verfassungsartikel über Geldspiele zugestimmt. Nun geht es um die Umsetzung: Das vom Parlament verabschiedete Geldspielgesetz sieht unter anderem vor, dass Schweizer Casinos auch im Internet Geldspiele anbieten können. Dafür sollen ausländische Geldspielangebote gesperrt werden. Verschiedene Jungparteien haben das Referendum dagegen ergriffen. Neu geregelt wird mit dem Geldspielgesetz auch die Besteuerung von Geldspiel-Gewinnen. Der Bundesrat, das Parlament und die Kantone empfehlen in der Abstimmung am 10. Juni 2018 ein Ja zum Geldspielgesetz. Beitrag auf SRF, Beitrag auf 20 Minuten. Gemeinsame Medienkonferenz zum Thema Geldspielgesetz von BR. S. Sommaruga, dem EJPD und FDKL. Medienmitteilung (pdf, 3S.) des Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartement (EJPD). (Infoset berichtete)
Für die Entkriminalisierung aller psychoaktiver Substanzen
Psychiater Thilo Beck betreut in Zürich Drogensüchtige. Er setzt sich gegen die Stigmatisierung von Abhängigen ein und fordert die Regulierung aller psychoaktiven Substanzen. Ein Interview auf bluewin.ch
Veranstaltungen
Checkpoint im Gespräch: Po-Po-Po-Poppers! Verantwortungsbewusster Umgang im rechtlichen Graubereich
Veranstalter: Veranstaltungsreihe zu HIV und LGBTIQ* des Checkpoints Zürich
Social Media und Gesundheit – Ein Balanceakt zwischen Fake News, Chancen und vielen Unsicherheiten
Veranstalter: Fachverband Sucht
Tagung: Dual Disorders 2026 Wenn Sucht und weitere psychische Erkrankungen zusammentreffen
Veranstalter: pro mente Oberösterreich
CAS: Praxis der Suchtberatung
Veranstalter: Hochschule Soziale Arbeit FHNW
Dauer: 2. März- 1. Dezember 2026